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Zeitgenossen über Lenin

Wladimir Iljitsch Uljanow, besser bekannt unter seinem Kampfnamen LENIN, hätte dieser Tage seinen 150. Geburtstag. Der Schriftsteller Maxim Gorki schrieb über Lenin, der als Führer der russischen Bolschewiki wesentlich zu Strategie und Taktik und somit zum Sieg der ersten proletarischen Revolution in der Menschheitsgeschichte, der Oktoberrevolution 1917 beitrug: „Mich entzückte der in ihm so machtvoll verkörperte Wille zum Leben und sein tatfreudiger Hass gegen die Abscheulichkeiten des Daseins. Ich freute mich an dem jugendlichen Wagemut, der alles erfüllte, was er tat“.

Wir bringen hier einige Erinnerungen von Mitkämpfern und Weggenossen, aber auch von einfachen Arbeitern und Bauern an Lenin.

„Wie in einem Brennspiegel vereinigt er in sich die Willensstärke, die Kraft, das schonungslos Niederreissende und beharrlich Aufbauende der Revolution. Jedem, dem der läuternde Wirbelsturm der Arbeiterrevolution willkommen ist, muß sich auch dem Symbol, der Verkörperung der Revolution, Wladimir Iljitsch Lenin, nah und verbunden fühlen.“

Alexandra Kollontai (1882−1952) nahm aktiv an den Oktoberkämpfen 1917 teil und war eine enge Mitkämpferin Lenins. Erste Frau im Rang einer Botschafterin.

„Lenin besaß die außerordentliche Fähigkeit, tiefe Gedanken in einfachste Worte zu kleiden, und konkrete Situationen zu analysieren. Sein Scharfsinn ist verbunden mit der Großen Kühnheit des Denkens.“

John Reed, US-amerikanischer Schriftsteller und Journalist, der die Oktoberrevolution selbst miterlebte und das Buch „10 Tage, die die Welt erschütterten“ schrieb.

„Im Hungerjahr 1919 schämte sich Lenin, die Lebensmittel zu verzehren, die ihm Genossen, Soldaten oder Bauern aus der Provinz schickten. Wenn die Pakete in seine ungemütliche kalte Wohnung gebracht wurden, verzog er unmutig das Gesicht, wurde verlegen und konnte nicht schnell genug Mehl, Zucker und Butter an kranke oder unterernährte Genossen weitergeben.“

Maxim Gorki, weltberühmter russischer Schriftsteller, den eine lange Freundschaft mit Lenin verband.

„Also darum geht es“, rief Lenin. „Ob die Sowjetmacht stark genug ist, ob sie standhält? Das ist die Frage? Klar. Wir enteignen den Boden, und nachher bricht die Macht zusammen, die Bolschewiki und die Kommissare nehmen Reißaus, und die Bauern werden wegen Landraub gespießt und gevierteilt! Klar!“ Lenin erhob sich und ging auf Pachomow zu. „Niemand wird die Sowjetmacht niederwerfen, niemand und niemals, selbst wenn alle Kapitalisten der Welt sich gegen sie verschwören. Das Bestehen der Sowjetmacht hängt von uns allen ab, auch von Ihnen, Genosse Pachomow.“

Lenin zu einem Bauern, den sein Dorf geschickt hatte, weil das „Dekret über Grund und Boden“, das die Verteilung des Großgrundbesitzes an die armen Bauern vorsah, zwar begeisterten Anklang fand, die Bauern jedoch fürchteten, dass das nicht von Dauer sein würde, und sie dann von den Großgrundbesitzern zur Rechenschaft gezogen würden. (zit. nach Sergej Antonov).

„Wladimir Iljitsch Lenin näherte sich, lebhaft mit mehreren Arbeitern sprechend, dem Wagen. Sie überschütteten ihn mit Fragen, er antwortete bereitwillig, und ausführlich und fragte seinerseits. So kamen sie sehr langsam näher. Zwei oder drei Schritt vom Wagen blieb Wladimir Iljitsch stehen. Einer der Leute hatte bereits den schlag geöffnet. Das Gespräch dauerte noch etwa zwei Minuten. Seitlich von Wladimir Iljitsch, etwas vor ich, standen zwei Frauen. Als Wladimir Iljitsch sich anschickte, in den Wagen zu steigen, krachte plötzlich ein Schuss.“

Aus den Erinnerungen des Chauffeurs von Lenin, Stepan Gil. Am 30. August 1918 verübte die Sozialrevolutionärin Fanny Kaplan ein Schussattentat und gab insgesamt drei Schüsse auf Lenin ab. Weitere Attentate auf ihn folgten. An den Spätfolgen des Kaplan-Attentates starb Lenin am 21. Januar 1924 im Alter von nur 54 Jahren in Gorki bei Moskau.

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