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Saschas Predigtdienst

Otto Bruck­ner, stellv. Vor­sit­zen­der der Par­tei der Arbeit

In sei­ner sonn­täg­li­chen Fern­seh­an­spra­che behaup­te­te Bun­des­prä­si­dent Van der Bel­len: „So sind wir“. Wie sind wir, Herr Prä­si­dent? Wie die Tiro­ler Tou­ris­ti­ker, die noch jeden Cent Umsatz machen woll­ten, der nur irgend­wie geht, und damit beför­dert haben, dass das Coro­­na-Virus in Öster­reich und Euro­pa ver­teilt wur­de? Oder sind wir wie die schwarz-grü­­ne Tiro­ler Lan­des­re­gie­rung, die unter dem Druck der mäch­ti­gen Seil­­bahn- und Hote­­liers-Lob­­bys „alles rich­tig gemacht hat“ und unfä­hig zu irgend­ei­ner kri­ti­schen Refle­xi­on ist? Sind wir, wie die Bau­­ern­­bund-Fun­k­­ti­o­­nä­­rin Kös­tin­ger, die den Wie­nern ein­fach die Bun­des­gär­ten sper­ren ließ? Oder wie die Sprech­ma­schi­ne Edt­stad­ler, die nicht in der Lage ist in einem Inter­view ein­fachs­te Fra­gen zu beant­wor­ten, und nur ihre ein­stu­dier­ten Pro­pa­gan­da­s­ät­ze von sich gibt? Sind wir so hin­ter­fot­zig und men­schen­ver­ach­tend wie Herr Kurz, der mit der Über­nah­me der FPÖ-Gemein­hei­­ten die Wah­len gewann, stolz dar­auf ist, die Bal­kan­rou­te geschlos­sen zu haben, und nicht ein ein­zi­ges Kind aus den über­füll­ten Flücht­lings­la­gern in Grie­chen­land nach Öster­reich lässt? Oder sind wir wie die Ex-Par­­tei­­kol­­le­­gen der grü­nen Par­tei, die als Minis­tran­ten der ÖVP tätig sind? Die zu fei­ge sind, zu sagen, mit uns nicht, wir holen jetzt Flücht­lin­ge aus Grie­chen­land, wir besteu­ern die Rei­chen, wir geben den Armen? Die mit der ÖVP gemein­sam eine Pres­se­för­de­rung beschlie­ßen, die nur dem wei­te­ren Macht­aus­bau der Schund­blät­ter dient? Oder etwa wie Herr Vize­kanz­ler Kog­ler, der sich für die Abhal­tung des For­­mel-1-Zir­­kus in Spiel­berg ein­setzt, wo sei­ne Par­tei uns eigent­lich gar nicht mehr Auto­fah­ren sehen will? Oder wie die Spe­ku­lan­ten und Pro­fit­gei­er, die aus der Kri­se ihre Extra­pro­fi­te zie­hen? Nein Herr Bun­des­prä­si­dent, das sind WIR nicht. Das seid ihr, ihr da oben!

Wir da unten, wir sind anders. Wir rau­fen mit dem Rotz. Wir sit­zen in Mas­sen am Arbeits­amt, wir leben zusam­men­ge­pfercht in Klein­woh­nun­gen, an denen die Haus­herrn sich eine gol­de­ne Nase ver­die­nen. Wir machen Rund-um-die-Uhr-Diens­­te im Kran­ken­haus. Wir fah­ren mit der Stra­ßen­bahn bei Tag und Nacht. Wir räu­men euren Müll weg. Wir put­zen eure fei­nen Häu­ser, Woh­nun­gen und Büros. Wir ste­hen mit­ten in der Nacht auf und backen euer Brot. Wir pfle­gen eure Eltern und Groß­el­tern um einen Schand­lohn. Wir wis­sen nicht, wir wir das nächs­te Monat über­ste­hen wer­den. Waren ges­tern noch stol­ze EPUs und ste­hen heu­te in der Schlan­ge vor dem Sozi­al­markt. Wir leben von einer Min­dest­pen­si­on. Wir sind obdach­los. Wir sind aus­ge­grenzt und ras­sis­tisch ange­fein­det.

Das sind wir. Die Arbei­ter­klas­se und der über­wie­gen­de Teil der Men­schen, die hier leben. WIR bekom­men ein Klat­schen, ein Schul­ter­klop­fen und ein „Seid zuver­sicht­lich“ von euch.

Sie, Herr Prä­si­dent, gehö­ren zu denen. Sie hal­ten sal­bungs­vol­le Pre­dig­ten und beschwö­ren die Volks­ge­mein­schaft, wo in Wahr­heit eine eis­kal­te Klas­sen­ge­sell­schaft exis­tiert. Sie stel­len dem größ­ten Popu­lis­ten der Gegen­wart, der vis a vis von Ihnen im Bun­des­kanz­ler­amt sitzt, einen Per­sil­schein aus, indem Sie sagen, die Zeit der Popu­lis­ten wäre über­wun­den. Und sie tun so, als wären wir in einer Lage wie nach dem Krieg vor 75 Jah­ren. Nein, sind wir nicht. Wir sind in einer mas­si­ven kapi­ta­lis­ti­schen Kri­se, die durch die Ban­ken, die Kon­zer­ne und die Bör­sen­spe­ku­lan­ten ver­ur­sacht wur­de. Das Coro­­na-Virus war da nur der Brand­be­schleu­ni­ger. Und wer nicht Ross und Rei­ter benennt, obwohl er es ja als ehe­ma­li­ger Wirt­schafts­pro­fes­sor bes­ser wüss­te, dient der Regie­rung und den wirk­lich Mäch­ti­gen als Pre­di­ger, um das Volk bei der Stan­ge zu hal­ten.

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