Die Ankündigung neuer „ausgleichender“ Zölle auf Importe in die USA durch Präsident Donald Trump sorgt für wachsende Spannungen auf internationaler Ebene. Während der US-Präsident von notwendigen Korrekturen früherer Fehler spricht, formieren sich bereits Gegenmaßnahmen der betroffenen Handelspartner.
Laut der Sprecherin des Weißen Hauses, Caroline Levitt, sei Trump offen für Verhandlungen, aber entschlossen, „amerikanische Arbeiter gerecht zu behandeln und die goldene Ära der amerikanischen Industrie wiederherzustellen“. Die geplanten Maßnahmen seien demnach Teil einer langfristigen Strategie, um die USA als führende Industrienation zu etablieren.
Die Europäische Union reagierte prompt. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach sich für eine „einheitliche Antwort“ der Mitgliedsstaaten aus, die ab Mitte April mit Zöllen auf Aluminium und Stahl beginnen soll. Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), warnte davor, dass die Auswirkungen weltweit spürbar sein könnten. Sie betonte, dass „die Dauer und Intensität der Folgen“ von verschiedenen Faktoren abhängen werde, darunter die betroffenen Produktkategorien und mögliche diplomatische Verhandlungen.
Der französische Industrieminister Marc Ferracci hob hervor, dass Europa stets eine diplomatische Lösung bevorzuge, da „Handelskriege nur Verlierer haben“. Dennoch wird in Brüssel über gezielte Vergeltungsmaßnahmen nachgedacht. So könnten etwa US-Technologiekonzerne wie Google, Amazon oder das soziale Netzwerk „X“ sowie Banken wie JP Morgan oder die Bank of America ins Visier geraten.
Die Eskalation des Handelskonflikts verdeutlicht die zunehmenden Spannungen zwischen den wirtschaftlichen Großmächten. Während die USA versuchen, ihre heimische Industrie zu stärken, bereiten sich andere Nationen auf Gegenmaßnahmen vor. Die kommenden Monate werden zeigen, ob es zu einer diplomatischen Lösung kommt oder ob sich der Konflikt weiter verschärft.
Quelle: 902.gr