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DDR-Schauspieler Herbert Köfer verstorben

Am vergangenen Samstag starb Herbert Köfer im Alter von 100 Jahren, der vor allem in der DDR als Schauspieler und Moderator große Bekanntheit und Beliebtheit erlangt hatte.

Berlin. Am 17. Februar dieses Jahres hatte der deutsche Schauspieler Herbert Köfer seinen 100. Geburtstag gefeiert – nun ist er am 24. Juli 2021 verstorben. Die 80 Jahre andauernde Karriere begann der Berliner nach einer Ausbildung an der Schauspielschule des Deutschen Theaters im Jahr 1940, doch bald nach seinem Debüt wurde er zur Wehrmacht eingezogen. An der Ostfront erlitt er eine Verwundung, später geriet er in US-amerikanischen Kriegsgefangenschaft. 1945 kehrte er in die SBZ zurück und fand Engagements zunächst an kleineren Bühnen, schließlich an der Berliner Volksbühne und am Deutschen Theater. Das Repertoire war breit, Köfer spielten in Goethe‑, Schiller- und Shakespeare-Dramen, doch rasch zeigte sich auch sein komödiantisches und kabarettistisches Talent.

Vom Theater zum DDR-Fernsehen

Ab den 1950er Jahren war Köfer in vielen Kino- und beinahe unzähligen Fernsehproduktionen der DDR zu sehen, auch hier mit unterschiedlichen Darstellungen: In der großartigen DEFA-Verfilmung von „Nackt unter Wölfen“ (963) gab er etwa einen SS-Offizier, während er im TV häufig, aber nicht nur humorvolle Rollen übernahm. Zu den DFF-Klassikern, in denen Köfer maßgeblich mitwirkte und große Popularität erlangte, gehören sie Serien „Rentner haben niemals Zeit“ (1978/79), „Geschichten übern Gartenzaun“ (1982) und „Familie Neumann“ (1984–1986). Auch in mehreren Episoden von „Polizeiruf 110“ trat er natürlich auf.

Im Fernsehen war Köfer aber nicht nur als Schauspieler zu sehen, sondern auch als Moderator. Als am 21. Dezember 1952 der Deutsche Fernsehfunk in der DDR seinen Betrieb aufnahm, fungierte er als erster Sprecher der Nachrichtensendung „Aktuelle Kamera“. Danach moderierte er zumeist Unterhaltungssendungen, darunter das „Fernsehkarussell“ (1952–1954), „Da lacht der Bär“ (1955–1965), „Das blaue Fenster“ (1982–1990) oder „Treffpunkt Kino“ (1985–1987). Hinzu kommt die Mitwirkung an zahlreichen Hörspielen des DDR-Rundfunks. Und nachdem Köfer 1952 in der ersten Sendung des DFF zu sehen gewesen war, trat er auch in der letzten DFF-Ausstrahlung auf: Am 31. Dezember 1991 spielte er einen Sketch im Silvesterprogramm.

Tätigkeit nach der Annexion

Nach der Annexion der DDR durch die BRD dauerte es ein wenig, bis Köfer auch im „gesamtdeutschen“ Betrieb Fuß fassen konnte. Eine ähnlich prägende Bedeutung wie in der DDR konnte Köfer in der BRD allerdings nicht erlangen. Schließlich brachte er es aber in einer Reihe bekannter „westlicher“ TV-Serien sowohl des staatlichen Fernsehens wie von Privatsendern zu vielen Auftritten, gleichzeitig widmete er sich weiterhin dem Theater. Seine letzte Rolle spielte er in der achten Episode der „Polizeihauptmeister Krause“-Reihe, die im Februar 2021 – zu Köfers 100. Geburtstag – in der ARD ausgestrahlt wurde.

Für seine Leistungen wurde Köfer mit vielen Preisen und Auszeichnungen bedacht, darunter der Nationalpreis der DDR (1969), der Vaterländische Verdienstorden in Gold (1979), der Theodor Körner-Preis (1988) sowie mehrmals mit dem Publikumspreis „Fernsehliebling der FF dabei“. Und so gehört Köfer in engster Verbundenheit zur Kunst‑, Kultur- und Mediengeschichte der DDR, mit der er sich auch politisch identifizierte: Ab dem Gründungsjahr 1946 war er Mitglied der SED, 1981 wurde er sogar in die Berliner Stadtverordnetenversammlung gewählt, wo er der Kulturkommission angehörte. Mit Herbert Köfers Tod im stolzen Alter von 100 Jahren geht ein großes künstlerisches Leben zu Ende, doch Millionen Menschen werden ihn noch lange ihn bester Erinnerung behalten.

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