HomeFeuilletonWissenschaftEmanzipatorischer Umsturz bei Japanmakaken

Emanzipatorischer Umsturz bei Japanmakaken

In einem Affenreservat auf Kyūshū bringen die jüngsten Ereignisse das Patriarchat in Gefahr: Das Alphamännchen wurde entmachtet – von einem Weibchen. 

Ōita. Im Naturreservat Takasakiyama auf der japanischen Insel Kyūshū kam es unter den dort wild lebenden Makaken (Macaca fuscata) zu einer bemerkenswerten Revolution in der Gruppenhierarchie. Das bisherige Alphamännchen Sanchu wurde als Anführer der 677 Mitglieder umfassenden Gruppe B gestürzt und musste seinen Platz räumen. Diese Tatsache wäre an sich noch nicht weiter erwähnenswert, denn in solchen Gruppen kommt es regelmäßig zu ambitionierten Herausforderungen und eben irgendwann zu Machtwechseln. In diesem Fall trat jedoch nicht ein neues Alphamännchen an Sanchus Stelle, sondern ein Weibchen: Die neunjährige Yakei ist nun die Anführerin der Makakengruppe, nachdem sie Sanchu im Kampf besiegt und die errungene Stellung behauptet hatte.

Geschlechterhierarchien ausgehebelt

Dass sich ein Weibchen an die Spitze einer Gruppe setzt, zumal einer derart großen, ist in der Natur höchst ungewöhnlich oder sogar, wie man bislang dachte, unmöglich – im 1952 geschaffenen Takasakiyama-Reservat ist es jedenfalls noch nie vorgekommen. Doch Yakei kümmerte sich nicht um althergebrachte patriarchale Regeln und stellte die affengesellschaftlichen Strukturen kurzerhand auf den Kopf. Zwar sind bei den Makaken die Alphamännchen üblicherweise auf die Unterstützung durch dominante Weibchen angewiesen, aber dass diese selbst die Führungsposition für sich reklamieren und dann auch noch tatsächlich erkämpfen, ist eigentlich nicht vorgesehen. Es wird sich zeigen, ob das Beispiel von Yakei Schule macht. Womöglich handelt es sich um den Beginn einer r/evolutionären Umstellung in der Makakengesellschaft.

Quelle: The Guardian

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