Goodbye, Hai?

Eine wissenschaftliche Untersuchung über die vergangenen 50 Jahre zeigt, dass Haifisch und Rochen zunehmend in ihren Beständen gefährdet sind.

London. Seit hunderten Millionen von Jahren schwimmen Haie und Rochen durch die Ozeane der Erde, wodurch die Klasse der Knorpelfische gewiss schon einiges er- und überlebt hat. Eine internationale Forschergruppe veröffentlichte nun in der britischen Zeitschrift „Nature“ eine aktuelle Studie, wonach das mit dem Überleben jedoch zunehmen prekär werden könnte. Sie untersuchte die Populationsentwicklung von 18 repräsentativen Hai- und Rochenarten von 1970 bis 2018 und kam zu dem Ergebnis, dass sich ihre Anzahl binnen eines halben Jahrhunderts um gleich 71 Prozent reduziert hat. Mehr als drei Viertel aller rund 1.200 bekannten Arten müssen bezüglich ihres weiteren Bestandes als gefährdet angesehen werden. Hammerhart kommt es für drei Vertreter: Der Weißspitzen-Hochseehai, der Bogenstirn-Hammerhai sowie der Große Hammerhai sind besonders betroffen – sie gelten als akut vom Aussterben bedroht.

Die Studienautoren machen für die Schrumpfung der Hai- und Rochenpopulationen insbesondere die Überfischung der Meere verantwortlich. Dies betrifft die Tiere einerseits direkt, denn die Zahl der gefangenen Haie und Rochen ist seit 1970 auf das 18-fache gestiegen. Aber auch indirekt setzen die industriellen Fangflotten den Knorpelfischen zu, denn mit der ausufernden, nicht nachhaltigen Fischerei bezüglich kleinerer und mittlerer Fischarten vermindert sich natürlich auch das Nahrungsangebot für die marinen Raubtiere. Hinzu kommen freilich noch die zunehmende Verschmutzung der Ozeane sowie deren Temperaturveränderungen, was den einen oder anderen Lebensraum unwirtlich macht. Im Falle des Haifisches ist darüber hinaus zu bedenken, dass dessen realitätsferne Stilisierung zum menschenfressenden Ungeheuer mit dazu beigetragen hat, dass diese Tiere ohne wirtschaftliche Zielsetzung vermehrt bejagt und getötet wurden (Schönen Dank auch, Steven Spielberg!). Insofern bräuchte es Aufklärung, Fangobergrenzen sowie weitere Schutzmaßnahmen, damit sich die Bestände erholen können.

Quelle: Nature / Der Standard

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