Start Feuilleton Wissenschaft NASA und Nokia wollen Mobilfunknetz am Mond bauen

NASA und Nokia wollen Mobilfunknetz am Mond bauen

US-Präsident Trump hat für 2024 eine große Mondlandung versprochen. Die damit heillos überforderte NASA braucht Hilfe.

Espoo/Houston/Mond. Wie der finnische Telekommunikationskonzern Nokia am Montag bekanntgab, soll er im Auftrag der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA ein drahtloses Breitband-Kommunikationssystem entwickeln. Das klingt zunächst unspektakulär, doch der vorgesehene Einsatzort ist es keineswegs: Das System ist für den Mond gedacht – kein Schmäh. Ab 2022 sollen die Komponenten des 4G/LTE-Netzwerks auf den Erdtrabanten gebracht werden, wo es für verschiedene Datenübertragungsanwendungen bereitstehen soll. Dies nämlich bis 2024, wenn die USA endlich wieder Astronauten auf der Mondoberfläche herumhopsen lassen wollen, wie Präsident Donald Trump im Vorjahr angeordnet hatte. Kostenpunkt der Mission: schlappe 28 Milliarden Dollar.

Nach Hause telefonieren

Später soll es freilich auch eine permanent bemannte Mondbasis („Programm Artemis“), ja sogar regelrechte Siedlungen geben. Und da den kommenden Mondbewohnern die lunare Eintönigkeit natürlich schwer zuzumuten sein wird, ist es gewiss von Vorteil, wenn mit dem Nokia-System sodann nach Hause telefoniert oder Videostreaming betrieben werden kann. Nokia arbeitet nun mit dem privaten texanischen Raumfahrunternehmen Intuitive Machines zusammen, das in rund einem Jahr eine erste, noch unbemannte Mondlandung für die USA durchführen soll. In den Orbit gebracht wird der Lander Nova‑C mit Elon Musks SpaceX-Rakete – und auf diese Weise sollen sodann eben auch die Mobilfunkkomponenten von Nokia ins All sowie auf die Mondoberfläche gelangen. Ihr Zweck sind freilich nicht nur Weltraumhandys und Videokonferenzen mit Houston, sondern natürlich auch Steuerungs- und Navigationsfunktionen für Mondfahrzeuge sowie die angedachten Raumschiffe. Die gibt’s aber noch gar nicht in einsatzfähiger Form.

Fly Me to the Moon…

Als Raumtransporter soll für das US-Mondprogramm das „Orion MPCV“ (Multi Purpose Crew Vehicle) dienen, das gemeinsam von NASA und europäischer ESA entwickelt wird. Bevor die „Orion“ jedoch zu Raumpatrouille und phantastischen Abenteuern am Mond aufbrechen kann, muss noch getestet werden: Im Herbst 2021 unbemannt, 2023 mit Besatzung auf einem Rundflug um den Mond herum und eben 2024 mit Landung und Landgang. Ob dieser Plan eingehalten werden kann, ist allerdings fraglich. In der Weltraumtechnologie haben die USA zuletzt doch ein wenig den Anschluss an China verloren, die Europäer gondeln so dahin – das ist auch der Grund, warum NASA und ESA ihre Astronauten nur mit russischer Hilfe zur ISS bringen können und viele Entwicklungen an private Konzerne und exzentrische Milliardäre ausgelagert wurden. Fast möchte man empfehlen, das Funknetz am Mond vielleicht doch lieber Huawei bauen zu lassen – die kriegen das sicher hin, und zwar gleich mit 5G-Standard.

Quelle: ORF

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