HomeInternationalesBis zu 90 Prozent britischer Zapfsäulen wegen Panikkäufen trocken

Bis zu 90 Prozent britischer Zapfsäulen wegen Panikkäufen trocken

Die schlechten Arbeitsbedingungen von LKW-Fahrern im Vereinigten Königreich führen weiterhin zu Engpässen und zuletzt zu Panikkäufen an Tankstellen. Statt die Arbeitsbedingungen zu verbessern, will die Regierung dreimonatige Visa einführen.

London. In Großbritannien gibt es in verschiedenen Branchen massiven Personalmangel. Das führte unter anderem zu leeren Supermarktregalen. Diese Personalengpässe sind auf die schlechten Arbeitsbedingungen sowie niedrigen Löhne in den Bereichen zurückzuführen. Wie wir bereits berichteten, will die Regierung diese durch Sonderregelungen für Billiglohnkräfte aus dem Ausland beheben. Nun ist erneut Bewegung in die Situation gekommen, es ist die Rede von temporären Visa. Die konservative Regierung von Premierminister Boris Johnson hat angekündigt, befristete Visa für 5.000 ausländische LKW-Fahrer auszustellen, um die Krise in der fünftgrößten Volkswirtschaft der Welt zu mildern.

Die Gewerkschaften haben heute die Vorschläge der Tory-Regierung zur Beseitigung des anhaltenden Mangels insbesondere an LKW-Fahrern als „Heftpflaster“ zurückgewiesen. Speditionsleiter hatten bereits erklärt, dass das Notprogramm der Regierung, Tausenden von europäischen LKW-Fahrern befristete Visa zu erteilen, wahrscheinlich nicht funktionieren wird.

Gewerkschaftsführer, die Transportarbeiter in Großbritannien und Europa vertreten, wiesen darauf hin, dass der Mangel, der zu einem tagelangen Chaos an britischen Tankstellen geführt hat, auf jahrelange Drückung der Löhne und Arbeitsbedingungen in der Branche zurückzuführen ist.

Leere Zapfsäulen wegen schlechten Arbeitsbedingungen und Panikkäufen

Die Zapfsäulen in englischen Städten sind leer, nachdem Panikkäufe die durch den Mangel an Lastwagenfahrern verursachte Knappheit noch verschlimmert haben. Der Ansturm auf die Tankstellen wurde vergangene Woche ausgelöst, als ein durchgesickertes BP-Dokument die Befürchtungen des Unternehmens enthüllte, dass der Mangel an LKW-Fahrern das Unternehmen daran hindern könnte, mit den Kraftstofflieferungen Schritt zu halten.

Am Sonntag bildeten sich dann an den Tankstellen im ganzen Land lange Autoschlangen, die die Vorräte verbrauchten und viele Einzelhändler zur Schließung zwangen, obwohl die Regierung versicherte, dass es im Vereinigten Königreich nicht an Kraftstoff mangelt.

Der Mangel an LKW-Fahrern hat in den letzten Monaten auch britische Fabriken, Restaurants und Supermärkte getroffen. Die Lieferketten wurden hierdurch beeinträchtigt, sodass es schwierig ist, Waren auf den Markt zu bringen, und die Angst vor Preissteigerungen in der Vorweihnachtszeit wird geschürt.

Die Erteilung befristeter Visa wird die Probleme nicht lösen. Es bedarf grundlegender Reformen, um die Löhne und Arbeitsbedingungen in der Branche zu verbessern..

Quelle: Al Jazeera News/Morning Star/Zeitung der Arbeit

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