HomeInternationalesDas italienische Schulsystem fordert einen weiteren Toten

Das italienische Schulsystem fordert einen weiteren Toten

Das duale Schulsystem Italiens verursacht weiterhin tödliche Unfälle von Schülerinnen und Schülern, die gegen ihren Willen in lebensgefährliche Situationen gebracht werden. Die Kommunistische Jugendfront setzt eine landesweite Mobilisierung für den 18. Februar an.

Ancona. Nach dem tragischen Fall des achtzehnjährigen Lorenzo Parelli, der seinen brutalen Tod durch ein unbezahltes Praktikum fand, und der langandauernde Schülerinnen- und Schülerproteste nach sich zog, ist es nun zu einem weiteren Todesfall gekommen. Noch während sich italienische Schülerinnen, Schüler, Studentinnen und Studenten im Kampf gegen ein erbarmungsloses System befanden, das kaum Volljährige tagtäglich in lebensbedrohende Situationen drängt, stirbt der sechzehnjährige Giuseppe Lenoci in einem Autounfall im Transporter der Firma Termoservicegas, in der er sein unbezahltes Praktikum ableistete. Es geschah Montag früh im Außendienst auf einem Einsatz, den es gar nicht hätte geben dürfen, da er nicht in den Praktikumsanforderungen vorgesehen war. Der Wagenlenker fuhr unter ungeklärten Umständen gegen einen Baum, wobei der junge Giuseppe tödlich verunglückte. Der Arbeiter überlebte zwar durch Glück, wurde jedoch mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert und konnte seitdem nicht zur Auflösung des Falls beitragen. Gegen ihn wird nun wegen fahrlässiger Tötung ermittelt, auch wenn es in Wirklichkeit der italienische Staat selbst ist, der, die schützende Hand vor die Konzerne haltend, tagtäglich fahrlässig tötet und minderjährige sowie gerade erst volljährige Schülerinnen und Schüler in lebensbedrohende Szenarien schickt, die eben deshalb lebensgefährlich sind, weil Sicherheitsmaßnahmen am Arbeitsplatz keinen Deut im Kapitalismus wert sind. 

FGC wendet sich gegen mediale Verleumdungen 

Die Kommunistische Jugendfront (Fronte della gioventù comunista – FGC) steht gemeinsam mit den Schülerinnen, Schülern, Studentinnen und Studenten gegen dieses System ein und fordert seit langem den Ausbau der Sicherheitsmaßnahmen am Arbeitsplatz und die Auflösung des dualen Schulsystems (alternanza scuola-lavoro). Unter den Slogans „Nein zur Schule der Herrschenden“ und „Die Schule der Herrschenden tötet“ mobilisiert sie Schülerinnen und Schüler im ganzen Land zu Demonstrationen, Kundgebungen, Streiks und erfolgreichen Schulbesetzungen und wird dafür mit dem handgreiflichen Hass der Exekutivorgane bedacht. Für den 18. Februar ist eine landesweite Mobilisierung geplant, die von den bürgerlichen Medien schon im Vorhinein als gewaltbereit und destruktiv eingeschätzt wurde, nicht zuletzt mit dem Vorwand, die Proteste seien unterwandert worden. Lorenzo Lang, Vorsitzender der Kommunistischen Jugendfront, kommentierte diese Aussagen folgendermaßen:

„Ministerin Lamorgese und regierungsnahe Zeitungen greifen weiterhin die Kommunistische Jugendfront an und prophezeien Gewalt und Unruhen bei den für übermorgen geplanten Studentendemonstrationen. Wir weisen diese Angriffe zurück, die einzig und allein darauf abzielen, das Recht der Schüler in Frage zu stellen, das duale Schulsystem anzufechten, die Regierung zu kritisieren und sich politisch zu engagieren. Sie greifen Jugendorganisationen und Studentenvereinigungen an, um Studenten mit der Mär von „Inflitrierten“ in „gute“ und „schlechte“ Schüler einzuteilen, die es in Wahrheit nicht gibt. Überall in Italien versuchen Polizeipräsidien mit willkürlichen Vorwänden die ganz normale Organisation von Demonstrationen zu verhindern.

Die Infragestellung unserer Legitimität mit dem Narrativ der „Unterwanderer“ ist ein politischer Angriff, den wir zurückweisen. Der FGC sammelte bei den Studentenwahlen 120.000 Stimmen und wählte in den letzten zwei Jahren 12 Vorsitzende der Studentenräte der Provinzen, darunter die derzeitigen Vorsitzenden der Räte in Turin und Mailand. Unsere Aktivisten gehen zur Schule wie alle anderen und haben den Konsens ihrer Mitschüler. Die beste Antwort darauf wird von den Schülerinnen und Schülern kommen, die übermorgen die Plätze in ganz Italien füllen werden.“ 

Quellen: Acona Today/il Gironale/Zeitung der Arbeit/FGC

BILDQUELLEFGC
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