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Gaza-Streifen unter Lockdown

Gaza/Palästina. Im Gaza-Streifen wurden wieder positive Corona-Fälle verzeichnet. Laut dem Informationsbüro der Hamas-Regierung wurden vier Mitglieder einer Familie positiv auf das Corona-Virus getestet. Diese lebt – ähnlich wie etliche Menschen in Gaza – im dicht besiedelten Flüchtlingslager al-Mughasi, in der 120.000 Menschen eng aneinander in meist kleinen Gebäuden mit schlechter Bausubstanz leben. Die meisten Familien in al-Mughasi sind Nachkommen von Flüchtlingen aus Zentral- und Südpalästina, die im Zuge der sogenannten Nakba geflohen sind.

Schutzmaßnahmen gegen COVID-19

Die Hamas-Regierung hat als Maßnahme einen zweitägigen Lockdown verhängt, in der alle öffentlichen Einrichtungen geschlossen bleiben müssen. Bisher wurden 20 Quarantäneeinrichtungen geschaffen, in denen außer diesen neuen Corona-Fällen bis jetzt 105 infizierte Menschen fernab der dicht besiedelten Gebiete leben. Seit dem 5. März gilt eine Quarantänepflicht für alle Menschen, die in den Gaza-Streifen einreisen. Aufgrund der maroden Infrastruktur im Gesundheitswesen, der dicht besiedelten Gebiete als Konsequenz der israelischen Einkreisung sowie der immer prekäreren Versorgung mit Strom und Wasser könnte eine Ausbreitung des Corona-Virus‘ in Gaza verheerende Folgen haben.

Konflikt eskaliert und verschlimmert Lage

In den letzten Tagen ist der Konflikt zwischen der Hamas-Regierung und dem israelischen Staat eskaliert, da diese tagelang Stellungen der Hamas in nächtlichen Luftangriffen bombardiert hatte. Laut israelischen Quellen hatte die Hamas selbst Angriffe auf israelische Städte durchgeführt, was aber unerwähnt bleibt, ist, dass letzte Woche ägyptische Diplomaten sowohl mit der Hamas-Führung als auch mit dem israelischen Staat und der Palästinensischen Autonomiebehörde Verhandlungen über einen Waffenstillstand geführt hatten – Israel setzte seine Angriffe dennoch fort. Der israelische Staat, der die Küste Gazas de facto kontrolliert, hat abermals ein Fischerei-Verbot verhängt und zudem den Übergang Karem Abu Salem/Kerem Shalom geschlossen. Damit fehlt es dem Gaza-Streifen an lebenswichtigen Brennstoffen, wodurch der letzte funktionierende Kraftwerksbetrieb Gazas schließen muss. Der Bevölkerung stehen somit – nicht zum ersten Mal – maximal vier Stunden Elektrizität pro Tag zur Verfügung. Dies sind die Folgen eines umfassenden Krieges, den Israel gegen die palästinensische Bevölkerung führt, um ihren Willen zu brechen. Setzt sich die Lage so fort, wird der Gaza-Streifen laut UN-Behörden bald unbewohnbar sein. 

Quelle: ORF

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