HomeInternationalesPolizei und Militär bekämpfen Studierende in Swasiland

Polizei und Militär bekämpfen Studierende in Swasiland

Für die Regierung des Monarchen Mswati III. ist jeder Vorwand recht, um mit äußerster Brutalität gegen die eigene Bevölkerung vorzugehen. Dieses Mal traf es die Studierenden, die für ihre gerechten Forderungen vom Militär drangsaliert und mit Tränengas von der Universität gejagt wurden.

Mbabane/Manzini. Die größte Stadt Swazilands, Manzini, wurde in dieser Woche Zeugin äußerst brutaler Repressionen gegen die Studentinnen und Studenten des William Pitcher Colleges. Polizeiliche und militärische Brutalität gegen Zivilpersonen stellen im Land längst keine Seltenheit mehr dar, die gerechtfertigten Proteste gegen das monarchistische Regime von Mswati III. dauern nun schon seit Mai an. Wir berichteten bereits über die andauernden Unruhen im Land und über Fälle äußerster Grausamkeit und Sadismus der Exekutive

Die Kommunistische Partei Swasilands (Communist Party of Swaziland, CPS) kämpft zugleich an mehreren Fronten gegen das diktatorische Regime des Königs: Einerseits im Exil in Südafrika, andererseits in der Illegalität vor Ort, stellt die KPS außerdem eine der wenigen Quellen im Land selbst dar, die über die brutalen Vorgänge zur Aufklärung der Öffentlichkeit berichtet.

Polizei besetzt Universität

Im William Pitcher College, wo die Studentinnen und Studenten nun schon seit längerem Gerechtigkeit fordern, wurde am Montag die Polizei eingesetzt, um die gesamte Universität in Gewahrsam zu nehmen und die Studierenden hinauszujagen. Die Studierenden forderten Rückzahlungen der Studiengebühren, die trotz der Lockdowns im Jahr 2020 entrichtet wurden sowie Gerechtigkeit für die Kommilitoninnen und Kommilitonen, die am Sonntagabend vom Militär angegriffen wurden. Die Polizei griff unter dem Vorwand ein, diejenigen Studierenden schützen zu wollen, die am Montag ihre Prüfungen ablegen wollten – tatsächlich ist sich die Studentenschaft auf dem William Pitcher College jedoch einig, aus Protest zu keinen Prüfungen mehr anzutreten bzw. den regulären Prüfungsbetrieb zu boykottieren, bis ihren Forderungen endlich Gehör geschenkt wird. 

Polizei und Militär wechselten sich ab

Schon vor der Besetzung durch die örtlichen Polizeikräfte wurden die Studierenden am Sonntag massiv vom Militär attackiert. Das Militär drang am Sonntagabend in die Universität ein und traktierte die Studierenden so lange, bis sie von selbst gingen oder von der Hochschulverwaltung fortgejagt wurden. Erschreckend sind die Worte des Vorsitzenden des Studentenrats (Student Representative Council, SRC) Bheka Mabuza, der die Vorgänge, die für Studierende in Swasiland bereits zur Alltäglichkeit geworden sind, folgendermaßen beschreibt:

„Das Militär war sehr grausam zu den Studenten. Viele tragen noch immer Verletzungen von den Angriffen am Sonntagabend. Die Soldaten zwangen die Studenten, Liegestütze zu machen, während sie sie schlugen“.

Tränengas gegen Studierende

Die Soldaten versuchten aus den aufgegriffenen Studentinnen und Studenten mit Gewalt die Namen derjenigen herauszupressen, die die Proteste organisiert hatten, darunter etwa Aktivistinnen und Aktivisten der Swaziland National Union of Students. Um die Studierenden endgültig aus den Räumen der Universität und aus den Wohnheimen zu bekommen, wurde schließlich Tränengas eingesetzt, wodurch noch mehr Menschen verletzt wurden:

„Die Menschen sind sich vielleicht nicht über die negativen gesundheitlichen Auswirkungen des Versprühens von Tränengas in den Wohnheimen bewusst. Das Tränengas löste bei vielen Studenten Asthmaanfälle aus. So wie die Dinge liegen, ist es unwahrscheinlich, dass diese Studenten unter diesen Bedingungen überhaupt an den Prüfungen teilnehmen können“, erklärte Bheka Mabuza zu den Vorfällen.

Die KPS ordnet die Repressionen gegen die Studierenden des Landes in einen größeren Zusammenhang ein:

„Das Hauptziel des Regimes bei der Niederschlagung der Studentenproteste besteht darin, die Studentenbewegung zu schwächen. Die Studentenbewegung, die überwiegend aus der Arbeiterklasse stammt, hat eine entscheidende Rolle im Kampf für die Demokratie gespielt. Sie gehörte zu den ersten, die die „Demokratie jetzt“-Kampagne der Kommunistischen Partei aufgriff und weiterführte.“

Universitäten und Schulen zeigen Solidarität

Die Nachricht der brutalen Vorgehensweise von Polizei und Militär am William Pitcher College verbreitete sich die darauffolgenden Tage recht schnell. Schon bald zeigten sich etwa die Studierenden der University of Eswatini solidarisch und streikten ihrerseits. Schülerinnen und Schüler mehrerer Oberschulen in Hlatikulu, Ncandweni und Manzini schlossen sich den Protesten der Studierendenbewegung an und boykottierten den Unterricht – gefordert werden Reformen und die sofortige Freilassung von Studierenden, die infolge der Proteste inhaftiert wurden, sowie von Oppositionspolitikern.

Quelle: Solidnet/CAJ News

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