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Polizeibrutalität in Griechenland

In einem Vorort der griechischen Hauptstadt kam es neuerlich zu Polizeigewalt – die Kommunistische Partei und die kämpferische Gewerkschaft PAME protestieren dagegen.

Athen. Am vergangenen Sonntag ereignete sich in Nea Smyrni, einer südlichen Vorstadt Athens, einer neuer Vorfall von Polizeigewalt. Auf einem Handy-Video und diversen Fotos ist zu sehen, wie gut gerüstete Beamte der griechischen Polizei mit ihren Schlagstöcken einen wehrlosen jungen Mann malträtieren, den sie eigentlich schon in Gewahrsam haben: Er wird zu Boden gebracht und weiterhin geschlagen. Auch der Protest von Passanten, die auf den Vorfall und die Hilferufe des Opfers reagierten, änderte daran nichts, im Gegenteil: Auch diese wurden von den Polizisten bedroht. Zeugen des Vorfalls versichern, dass dem Polizeiübergriff keinerlei Verbrechen oder Provokation vorangegangen war, es habe sich lediglich um eine Kontrolle der Corona-Sicherheitsmaßnahmen gehandelt. Warum eine solche allerdings von vornherein in Robocop-Ausrüstung und auf aggressivste Weise von der Polizei durchgeführt wird, bleibt offen. Tatsache ist, dass keinerlei Grund für diesen brutalen Angriff zu erkennen ist.

Die Kommunistische Partei Griechenlands (KKE) verurteilte den Übergriff scharf: „Die ND-Regierung trägt die volle Verantwortung für diesen Angriff der Polizeikräfte auf die Bewohner von Nea Smyrni“, heißt es in einer Stellungnahme. „Angesichts der Pandemie hält es die Regierung nicht für notwendig, das öffentliche Gesundheitssystem zu unterstützen, kostenlose Tests bereitzustellen und die Schutzmaßnahmen in den Betrieben und Verkehrsmitteln zu verbessern, sondern die Polizeikräfte zu verstärken, um die Bevölkerung und deren Familien mit kleinen Kindern einzuschüchtern, wodurch sie der Terrorisierung und dem Autoritarismus ausgesetzt werden.“ Dies habe System, schreibt die KKE weiter: „Die Repression, die täglichen Vorfälle der Polizeigewalt, die militaristischen Polizeipatrouillen in den Wohnvierteln und auf den Plätzen stellen eine bewusste Politik der Regierung dar und sind das Resultat der ganzen Bemühungen, die Bevölkerung als verantwortlich für den Pandemieverlauf zu kriminalisieren.“

Ähnlich äußerte sich die Gewerkschaft der „Kämpferischen Front aller Arbeiter“ (PAME), die feststellt, dass die einzige Regierungsmaßnahme gegenüber der Corona-Pandemie „die Eskalation der staatlichen Unterdrückung mit dem Ziel der Arbeiter und der Jugend“ sei. Die PAME zeigt sich demgegenüber zum Widerstand bereit: „Die Masken sind gefallen. Die extreme Unterdrückung und Staatsgewalttätigkeit gegen Arbeiter, Studierende und die Bevölkerung der Wohnviertel haben nichts mit dem Schutz der öffentlichen Gesundheit zu tun. Genug ist genug! Wir werden die Repression brechen! Sie werden uns nicht einschüchtern!“

Quelle: In Defense of Communism

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