HomeFeuilletonGeschichteUngesühnt, aber nicht vergessen: Brand des Gewerkschaftshauses von Odessa 2014

Ungesühnt, aber nicht vergessen: Brand des Gewerkschaftshauses von Odessa 2014

Am 2. Mai 2014 kam es im Gefolge des „Maidan“-Putsches in der Ukraine zu einem entsetzlichen Verbrechen in der Stadt Odessa, bei dem Dutzende Putschgegner ermordet wurden.

Vor acht Jahren, am 2. Mai 2014, starben mindestens 42 Menschen beim Brand des Gewerkschaftshauses in Odessa. Ukrainisch-nationalistische Maidan-Putschisten, Neofaschisten und Fußballhooligans hatten schon den ganzen Tag über Gegner des Staatsstreiches und russischsprachige Aktivisten quer durch die Stadt gejagt und wiederholt angegriffen, wobei bereits sechs Menschen erschossen wurden. Als eine Gruppe von rund 300 Personen Schutz im Gewerkschaftshaus am Kulikowo-Platz suchte, wurde dieses belagert und mit Brandsätzen beworfen. Am Abend brach schließlich tatsächlich ein Feuer aus, das einen Gutteil des Gebäudes ergriff.

Während die anwesende Polizei auf ein Eingreifen verzichtet hatte und die Feuerwehr beinahe eine Stunde brauchte, um endlich am Ort des Geschehens einzutreffen, starben im Gewerkschaftshaus mindestens 42 Menschen, durchwegs Zivilisten, darunter Gewerkschafter, Sozialisten und Kommunisten. Die meisten verbrannten, einige kamen auch bei dem Versuch ums Leben, sich durch einen Sprung aus dem Fenster vor den Flammen zu retten. Über 200 Personen erlitten Verletzungen.

Da es sich hauptsächlich um russischsprachige Opfer handelte, die mit dem neuen nationalistischen und teilweise rassistischen Putschregime in Kiew nicht einverstanden waren, gibt es bis heute keine Strafverfolgung der Täter, ja nicht einmal ernsthafte Ermittlungsergebnisse. Diese Tatsache wurde vom Europarat und den Vereinten Nationen in den vergangenen Jahren wiederholt kritisiert, was sowohl die Poroschenko- als auch die Selenskyj-Administration ignorierten. Der Gouverneur des Verwaltungsbezirks Odessa rechtfertigte den Angriff sogar, indem er behauptete, die Aktion sei nicht ungesetzlich gewesen, da sich im Gewerkschaftshaus „bewaffnete Terroristen“ befanden hätten.

Nun, acht Jahre später, liegt eine Aufklärung der Verbrechen erstrecht in weiter Ferne. Der Krieg in der Ukraine ist auch ein medialer Propagandakrieg, in dem es dem Kiewer Regime darum geht, der russischen Armee möglichst viele Untaten anzukreiden. In dieser Situation ist natürlich kein Platz dafür, die eigenen Verbrechen zu thematisieren, aufzuklären oder gar der juristischen Aufarbeitung zuzuführen.

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