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UNO: Bauchfleck der Ukraine in Krimfrage

Die Ukraine begehrte von der Vollversammlung der UNO Unterstützung für ihre Ansprüche auf die Krim, doch nur ein Drittel der Mitgliedsländer stimmte der Resolution zu.

New York/Kiew. Eine von der Ukraine am vergangenen Montag vorgelegte Resolution an die Generalversammlung der Vereinten Nationen, die das sofortige „Ende der russischen Besatzung“ der Krim-Halbinsel verlangt, ging für die Antragstellerin ordentlich nach hinten los. Nur 63 von insgesamt 193 UNO-Mitgliedstaaten stimmten der ukrainischen Forderung zu, also weniger als ein Drittel, während sich mehr als zwei Drittel der Länder der Welt nicht für die antirussische Resolution erwärmen konnten. Zwar stimmten auch nur 19 Staaten explizit dagegen, doch 66 enthielten sich, 45 nahmen an der Abstimmung einfach gar nicht teil. Die Tatsache, dass also 130 Regierungen ihre Zustimmung verweigerten, hindert den westlichen Imperialismus und ihre Marionetten freilich nicht daran, sofort eine mediale Desinformationskampagne zu starten. Denn bereits am Dienstag verkündeten alle möglichen nordamerikanischen und westeuropäischen Presseagenturen und selbsternannte „Qualitätsmedien“ in großen Lettern, dass „die Vereinten Nationen“ den Rückzug Russlands von der Krim verlangen würden. Lächerlicher geht’s kaum. Aber das passt freilich tadellos in die krieghetzerische Lügenpropaganda der USA, der EU und der NATO gegenüber Moskau und seinen Verbündeten.

Historisch gehörte die Krim-Halbinsel seit 1783 zu Russland, was vom Osmanischen Reich, das zuvor ebenfalls Ansprüche gestellt hatte, 1792 vertraglich anerkannt wurde. Von 1853 bis 1856 war sie einer der Schauplätze des nach ihr benannten Krimkrieges, verblieb aber trotz zwischenzeitlicher britisch-französischer Okkupation bei Russland. Nach dem Ende des Zarismus, der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und der Schaffung der Sowjetunion war die Krim ein autonomes Gebiet innerhalb der russischen Teilrepublik der UdSSR. Die deutsch-faschistische Besatzung der Krim im Zweiten Weltkrieg war von abscheulichen Kriegsverbrechen begleitet. Gegen Ende des Krieges konnte Stalin die Alliierten der Anti-Hitler-Koalition schon wieder auf die Krim, nach Jalta, zur entscheidenden Konferenz einladen. Ab 1946 war die Krim ein Verwaltungsbezirk (Oblast) der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik – und dies änderte sich erst 1954: In diesem Jahr verfügte Nikita Chruschtschow die Angliederung der Krim an die Ukrainische Sowjetrepublik, was eher praktische Verwaltungsgründe hatte. Und darauf fußen nun die einizgen Ansprüche der heutigen Ukraine auf die Halbinsel – es ist nicht frei von Ironie, dass diese „Chruschtschowsche Schenkung“ wohl eine der wenigen vom Kreml umgesetzten Maßnahmen ist, die man im Westen heute nicht als diktatorischen Akt eines Unrechtsregimes beurteilt. Und so blieb die Krim mit der Auflösung der UdSSR bei der Ukraine, obwohl gut 80 Prozent der Bevölkerung russisch waren.

Der Rest ist bekannt: Nach den antirussischen Übergriffen der Kiewer Putschregierung ab 2014 erklärte sich die Krim als eigenständige Republik für unabhängig von der Ukraine und ein Referendum ergab ein überwältigens Votum für den Eintritt der Halbinsel in die Russische Föderation. Diese selbstbestimmte Volksabstimmung wird freilich von Kiew und dem westlichen Imperialismus nicht anerkannt. Tatsache ist und bleibt jedoch: Nur die Bevölkerung der Krim kann über deren Status entscheiden – und gewiss nicht die westimperialistischen Staaten und ihre Vasallen, die in der UNO-Vollversammlung gerade mal 63 Stimmen zusammenkratzen können.

Quelle: ORF

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