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Wales verbietet körperliche „Züchtigung“ von Kindern

Im britischen Landesteil Wales ist es Eltern nun untersagt, ihre Kinder mit Prügelstrafen zu bedenken. In England und Nordirland ist dies hingegen immer noch zulässig, wenn die Strafe „angemessen“ ist.

Cardiff/Caerdydd. Im walisischen Regionalparlament wurde ein längst überfälliges Gesetz beschlossen, das mit heutigem Montag in Kraft tritt: Ab sofort dürfen Kinder von ihren Eltern oder Erziehungsberechtigten unter keinen Umständen mehr geschlagen werden. Bislang waren körperliche Gewalt und „Züchtigungen“ erlaubt, sofern sie eine „angemessene Strafe“ darstellen. Diese Grauzone habe man nun beseitigt, erklärte Regierungschef Mark Drakeford von der Labour Party.

Mit dieser Entscheidung zieht Wales mit Schottland gleich, wo jegliche elterliche Prügelstrafe vor zwei Jahren verboten wurde. In den britischen Landesteilen England und Nordirland gilt hingegen weiterhin die diffuse Regelung einer zulässigen Gewaltanwendung, wenn sie „angemessen“ ist und der Erziehung dient. Im Jahr 2022 sollte jedoch längst klar sein, dass keinerlei Gewalt oder Prügelstrafe gegenüber Kindern vertretbar sein kann: In London und Belfast sollte man schleunigst im 21. Jahrhundert ankommen.

In Kontinentaleuropa, wo Schweden (1979) als historischer Vorreiter gilt, sieht es zum Teil etwas besser aus: In Österreich wurde schon 1989 das generelle Gewaltverbot in der häuslichen Erziehung explizit gesetzlich verankert, in der BRD gilt das umfassende Züchtigungsverbot seit dem Jahr 2000. Insgesamt 30 von 47 Mitgliedsländern des Europarates haben entsprechende Verbote von Prügelstrafen erlassen. Als allgemeine Tendenz ist zu beobachten, dass konservative und rechte Parteien solche Verbote immer noch verhindern wollen.

Quelle: Der Standard

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