HomeKlassenkampfJährlich grüßt die fette Katze

Jährlich grüßt die fette Katze

Mit dem „Fat Cat Day“ macht die Arbeiterkammer auf die abgehobenen Managergehälter in Österreich aufmerksam. Die moralischen Appelle nach mehr Angemessenheit und Transparenz aus dem Vorjahr haben offensichtlich nichts genutzt, deshalb werden sie brav wiederholt.

Wien. Bereits mit Ende dieser Woche haben die üppigst entlohnten ATX-Vorstände mehr „verdient“ als ein durchschnittlicher Werktätiger im ganzen Jahr. Das ergeben die Berechnungen der Arbeiterkammer zum heurigen „Fat Cat Day“. 2,1 Millionen Euro bezieht der Vorstand eines großen börsennotierten Konzerns im Schnitt – und dann gibt es noch die Ausreißer nach oben: So ist der heurige Spitzenreiter Bawag-Chef Anas Abuzaakouk mit 5,3 Millionen Euro Jahresgage. Ihm würden bereits zwei Arbeitstage genügen, um das österreichische Jahresmedianeinkommen von 34.000 Euro zu erreichen.

Die Arbeiterkammer prangert deshalb die „Fehlausrichtung der Vergütungssysteme“ an und fordert – ohne sich auf konkrete Zahlen festzulegen – eine angemessenere Relation zwischen Vorstands- und Belegschaftsbezügen. Ebenso mahnt sie eine bessere Einbeziehung von Nachhaltigkeitszielen in bei den variablen Bonuszahlungen an. Sonst … wird man beim Fat Cat Day 2023 dasselbe zu hören bekommen. Denn die netten moralischen Appelle der Arbeiterkammer interessieren die zuständigen Aufsichtsräte herzlich wenig.

Zumal die österreichische Sozialdemokratie und mit ihr die Arbeiterkammer durchaus selbst ein System der abgehobenen Bezüge lebt. Nicht wenige der ATX-Unternehmen wurden unter maßgeblicher Beteiligung der SPÖ überhaupt erst privatisiert. Und wo der Staat noch Anteile hält (OMV, Verbund, Post), werden bei entsprechender Regierungszusammensetzung auch immer wieder SP-nahe Manager auf gutbezahlten Posten bestellt. Von eindeutig dem SPÖ-Umfeld zuzurechnenden Konzernen wie der Vienna Insurance Group (oft noch als „Wiener Städtische“ bekannt), bei der Vorständin Elisabeth Stadler 1,8 Millionen jährlich kassiert, ganz abgesehen.

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