HomeKlassenkampfJugendViele Familien im Burgenland kämpfen mit teurer Nachhilfe und Schulstress

Viele Familien im Burgenland kämpfen mit teurer Nachhilfe und Schulstress

Eisenstadt. Das gescheiterte Krisenmanagement während den Hochphasen der Corona-Pandemie hat Schülerinnen und Schüler mitunter am härtesten getroffen – psychische Störungen infolge des Leistungsdrucks, der Planungsunsicherheit und Versagensängste kombiniert mit fehlenden Arbeitsmitteln wie Laptops oder Druckergeräten und finanziellen Ausfällen in vielen Familien haben ihre Spuren hinterlassen.

Dass die Pandemie nicht einfach „vorbei“ ist, sondern ihre Auswirkungen nachwirken zeigt sich jüngst in einem Bericht des ORF Burgenlands, bei der einmal mehr auf den enormen Bedarf nach Nachhilfe vieler Familien im Burgenland, stellvertretend für das ganze Land müsste man hinzufügen, eingegangen wird. Jedoch bleibt in diesem Sommer kurz vor Schulbeginn die Zahl der Nachhilfeschülerinnen und ‑schüler um ein Fünftel geringer als noch vor der Pandemie. Vielen Eltern können sich trotz der Lernlücken, anstehenden Nach- und Aufnahmeprüfungen Nachhilfestunden für ihre Kinder nicht mehr leisten.

Im Burgenland wurde schon im Mai von SPÖ-Landeshauptmann Peter Doskozil versprochen, dass bald zumindest sogenannten einkommensschwachen Familien kostenlose Nachhilfe angeboten werden soll. Tatsache ist, dass dieses große Versprechen nicht nur mindestens 2 Jahre zu spät kommt, sondern auch bis heute nicht umgesetzt wurde. Die Begrenzung kostenloser, qualitativ hochwertiger Nachhilfe auf „einkommensschwache Familien“ führt zu dem zu einer recht willkürlichen gezogenen Grenze ab welchen Einkommen eine Familie sich Nachhilfe leisten können muss. Ähnliches lässt sich in Zeiten steigender Mieten und Preise auch bei der Wohnbeihilfe beobachten. Die Begrenzung auf Einkommensschwache dient zu dem als Spaltungsmechanismus in der Arbeiterklasse in jene, die nur schwer über die Runden kommen und hart arbeiten müssen, und jene, die vermeintlich alles vom Staat bekommen. Es ist mit aller Deutlichkeit zurückzuweisen, wenn Studierende der Pädagogischen Hochschule als kostenlose Nachhilfelehrer und ‑lehrerinnen herangezogen werden sollen.

Selbst wenn man davon ausginge, dass der Zugang zu kostenloser Nachhilfe im Burgenland weniger restriktiv geregelt wird, ist es eine Tatsache, dass auch die Doskozil-SPÖ im Burgenland über mehrere Lockdowns, Schulschließungen, katastrophalen Maturarunden und Hilferufen vieler Eltern und Jugendlicher hinweg, keine realen Maßnahmen gesetzt hat, um die Krise abzufedern.

Damit reiht sich auch die SPÖ Burgenland in das kapitalistische Krisenregime während der Pandemie ein – aller demagogischer Verzerrungen zum Trotz.

Quelle: ORF

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