HomeKlassenkampfKein Ende in Sicht: Durchseuchung und Arbeitspflicht

Kein Ende in Sicht: Durchseuchung und Arbeitspflicht

Wien. In der vergangenen Woche stiegen die Corona-Infektionszahlen weiter auf Rekordhöhe. Mittlerweile sind es so viele Infizierte, dass nicht nur das Testsystem, sondern auch das Gesundheitsamt an seine Grenzen gerät. Die Medien fantasieren immer mehr von der Endemie und spielen mit den Hoffnungen des Volkes währen Nehammer betont, dass es noch dauert. Auch WHO-Expertinnen und Experten ebenso wie verschiedenen Virologen sind skeptisch in Sachen Endemie, wegen Mutationen und anderem mehr.

Während die Intensivstationen wohl auch aufgrund der milderen Verläufe des aktuell dominanten Virus nicht an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen, trifft es nun wahrscheinlich bald die Normalstationen. Es werden auf verschiedenen Ebenen Vorbereitungen getroffen, sodass wir weiter und weiter hohe Zahlen haben können. Das Personal in den Normalstationen wird aufgestockt. Es wird im Auftrag der GECKO geprüft, ob man Militärkrankenhäuser nutzen kann und außerdem soll medizinischen und pflegerischen Personal in Ausbildung zum Einsatz kommen.

Neben diesen Maßnahmen im Gesundheitswesen rüstet sich auch das Kapital für die Gesundheitskrise. Das geschieht beides nicht in Form von adäquatem Gesundheitsschutz und somit im Sinne der Volksgesundheit, sondern im Sinne der Profite. Die steigenden Zahlen führen nämlich zu einer steigenden Zahl an Absonderungsbescheiden, was zu Ausfällen von Kolleginnen und Kollegen führt. Für diese können die Konzerne dem Epidemiegesetz entsprechend Anspruch auf Ersatz der Entgeltfortzahlung geltend machen. Das reicht dem Wirtschaftsbund jedoch nicht, in der vergangenen Woche forderte er eine Homeofficepflicht für isolierte und symptomlos Erkrankte. Ironischerweise ist dies ohnedies vielerorts illegale Praxis und das Homeoffice führt auch unabhängig von einer Coronainfektion noch häufiger zu Arbeit trotz Krankheit. Aber der Druck auf die Arbeitenden soll so noch einmal erhöht werden. Das ist auch insofern problematisch, als der Übergang zwischen einem symptomatischen und asymptomatischen Krankheitsverlauf vielfach fließend ist und keine klare Linie gezogen werden kann. Eine Prüfung des Gesundheitszustands durch den Arzt findet vielfach – was ohnehin nicht ideal in der Betreuung ist – bis zu einer Hospitalisierung ohnehin nicht statt, was eine Einschätzung, ob nun symptomatisch oder nicht durch die Ärzte schwierig gestaltet. Eine solche Reform wäre in jedem Fall nicht im Sinne der Arbeiterklasse und der Mehrheit der Bevölkerung, sondern vielmehr im Sinne der Profite der wenigen. Hinzu kommt, dass die Kolleginnen und Kollegen der kritischen Infrastruktur ohnehin selten im Homeoffice arbeiten können.

Im Sinne der Mehrheit wäre eine Bearbeitung der Pandemie im Dienste der Volksgesundheit, die auf eine Reduktion der Fallzahlen sowie eine frühzeitige Behandlung von allen Infizierten abzielt und möglicherweise Langzeitfolgen verhindert. Man weiß noch nicht, ob Omikron mit den „milden“ Verläufen oder eine Infektion bei Geimpften die Zahl der Personen, die nach einer Infektion an Long-Covid leiden, beeinflusst, somit sollte, zumindest bis es hierzu belastbare Befunde gibt, eine Eindämmung des Infektionsgeschehens ohnehin im Vordergrund stehen. Aktuell weiß man, dass bisher jeder und jede zehnte Infizierte mittelfristig unter Long-Covid-Symptomen leidet, was bei den aktuellen Fallzahlen täglich über 2.000 Menschen in Österreich potenziell treffen könnte. 

Es zeigt sich wieder einmal, dass der Kapitalismus eine solche Krise nicht bearbeiten kann, sondern sie verschlimmert! Die Partei der Arbeit Österreichs fordert bspw. die Freigabe der Impfstoffpatente sowie die Anerkennung und Zulassung der kubanischen, russischen und chinesischen Impfstoffe und hält fest, dass nur ein wirklich weltweites Impfangebot eine wirksame Pandemiebekämpfung ermögliche. Weiter betont sie, dass die Entwicklung und Zulassung von Medikamenten und Behandlungsmethoden gegen CoViD-19 ein zentraler Schritt in der Pandemiebekämpfung sei, ebenso wie schnelle und angemessene Behandlung der Erkrankten statt unbetreuter Heimquarantäne. 

Umfassende Schutzmaßnahmen in den Betrieben sind essenziell und nicht Arbeitspflicht in der Heimquarantäne. Ein Schutz der Gesundheit der Arbeitenden statt Profitprimat des Kapitals! 

Ein flächendeckendes, ausreichend finanziertes und ausgestattetes öffentliches Gesundheitswesen für alle, mehr Personal, höhere Löhne und kürzere Arbeitszeiten in den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen seien außerdem wichtig, anstatt das unzureichende System und somit die Kolleginnen und Kollegen weiter an ihre Grenzen zu bringen. Die Partei der Arbeit fordert in diesem Zusammenhang zudem, dass Pharmakonzerne und private Spitäler unter gesellschaftliche Kontrolle gestellt werden.

Quelle: Krone/Partei der Arbeit

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