HomeKlassenkampfLaudamotion: Unverschämte Motivkündigungen. Schläft der ÖGB?

Laudamotion: Unverschämte Motivkündigungen. Schläft der ÖGB?

Die Weiterführung von Laudamotion in Wien wird zur Farce. Jene 94 Mitarbeiter, die den neuen KV nicht unterzeichneten, werden gekündigt. Die Marke exisitiert nur mehr auf dem Papier weiter. Statt der ursprünglichen 500 Arbeitsplätze wird es 330 geben. Der ÖGB nimmt diese weitere Demütigung hin, anstatt Kampfmaßnahmen zu setzen.

Wien/Schwechat. Nachdem der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) bzw. dessen Teilgewerkschaft Vida einem sehr schlechten Kollektivvertrag die Zustimmung erteilt hatte, um angeblich die 500 Arbeitsplätze von Laudamotion in Wien zu retten, zeigt die Billigfluglinie nun wieder ihr wahres Gesicht. Die Rede ist nur mehr von 330 Arbeitsplätzen. Jene 94 Kolleginnen und Kollegen, die dem neuen Kollektivertrag nicht zugestimmt haben, werden mit Ablauf der Kurzarbeit und der 1‑monatigen Frist danach gekündigt. Die Fluglinie wird nur mehr auf dem Papier existieren.

PdA: ÖGB muss gegen Motivkündigungen vorgehen und Kampfmaßnahmen ergreifen

Die von der Geschäftsleitung initiierte Abstimmung über den Kollektivvertrag erscheint damit in einem neuen Licht. Man wollte ganz offensichtlich herausfinden, wer trotz aller Drohungen noch immer gegen die Gehaltseinbußen ist, um genau jene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu kündigen. Der stellvertretende Vorsitzende der Partei der Arbeit (PdA), Otto Bruckner, sieht nun den Gewerkschaftsbund in der Pflicht: „Der ÖGB müsste nun rasch handeln und den gekündigten Kolleginnen und Kollegen anbieten, dass er die Kündigungen anficht. Denn das sieht sehr nach einer in Österreich verbotenen Motivkündigung aus. Dass die 94 Angestellten mit der Verweigerung der Zustimmung quasi von selbst gekündigt hätten, ist ein Humbug, denn ein Kollektivvertrag ist eben für alle da und erfordert nicht noch einmal die Zustimmmung jedes/jeder Einzelnen. Normalerweise müsste der ÖGB mit sofortigen Kampfmaßnahmen gegen diese Frechheiten reagieren.“

Weiterführung der Marke Laudamotion eine PR-Geschichte

Auch die Weiterführung der Basis Wien ist offenbar nur eine PR-Geschichte. Denn die zehn statt bisher 16 Flugzeuge werden künftig unter Flugnummern von Ryanair fliegen, die Marke Laudamotion verschwindet also aus dem Flugbetrieb. Sie wird (vorerst) nur noch in Form der Flugzeugbeschriftung und der Uniformen der Belegschaft weiterexistieren. 

Der ÖGB wird für seine Nachgiebigkeit damit auch noch nachträglich brüskiert. Die Nichtanerkennung und Kündigung der gewählten Betriebsräte durch Laudamotion hatte ja vorher schon gezeigt, was das irische Unternehmen von Mitbestimmung der Belegschaft hält.

BILDQUELLEPixabay
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