Start Klassenkampf Lebensmittelpreise und Wohnkosten steigen deutlich

Lebensmittelpreise und Wohnkosten steigen deutlich

Mitten in der größten kapitalistischen Krise seit Jahrzehnten zeigt sich, dass den arbeitenden Menschen und den Arbeitslosen zunehmend die sichere Existenz verwehrt wird: Das bloße Überleben wird immer teurer.

Wien. Wie die Statistik Austria erhoben und mitgeteilt hat, steigen die Lebenskosten in Österreich weiter stark an. Obwohl die allgemeine Inflationsrate für November 2020 „nur“ bei 1,3 Prozent liegt, werden Güter und Leistungen des täglichen Bedarfs im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt ungleich teurer. So betrifft Nahrungsmittel zusammengenommen z.B. ein Preisanstieg um 2,7 Prozent, hier sind die Spitzenreiter Obst (+6,6%), Gemüse (+4,7%), Fleisch (+3,3%) sowie Milch, Milchprodukte und Eier (+3,0%) – lediglich Brot liegt in diesem Bereich mit einem Plus von 1,1 Prozent unter dem Durchschnitt. Der Medianwert von 1,3 Prozent ist irreführend und kommt v.a. aufgrund des niedrigen Ölpreises zustande, der fossile Kraft- und Brennstoffe billiger macht. Ebenfalls – und zwar klar – über der Inflationsrate liegen hingegen die Teuerungen für Wohnungsmieten (+5,6%) sowie für Strom (+5,2%). Unterm Strich bedeutet dies, dass der so genannte Mikrowarenkorb, der die nötigen Existenzmittel umfasst, gegenüber dem Vorjahr um 3,3 Prozent teurer geworden ist.

Setzt man dies zu den herbstlichen Lohnabschlüssen in Bezug, die sich um ein Plus von 1,5 Prozent bewegen, so wird klar, dass für die arbeitenden Menschen Grundbedürfnisse wie Nahrung, Wohnen und Elektrizität immer schwerer leistbar werden. Hinzu kommt, dass viele Menschen aufgrund der kapitalistischen Krise durch Kurzarbeit weniger verdienen, sonstige Einkommensverluste zu verkraften haben oder überhaupt arbeitslos geworden sind – bei einem unzulänglichen Sozialsystem. Während die Reichen und die Großunternehmen also von der bürgerlichen Politik mit Milliardengeschenken sanft durch ihre selbstverursachte Krise getragen werden, bleiben die Arbeiterklasse und die abhängigen Volksschichten auf der Strecke: Sie sollen selbst jetzt noch maximal ausgebeutet werden und durch Preiserhöhungen die Zeche für den Krisenkapitalismus zahlen, wo für viele in Frage steht, ob sie sich überhaupt noch genug zu essen kaufen und ein Dach über dem Kopf leisten können.

Quelle: ORF

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