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Personalabbau bei Steyr Automotive

Beim ehemals staatlichen und MAN-Werk in Steyr geht auch unter dem neuen Eigentümer Siegfried Wolf die Jobvernichtung weiter. Ein wesentlicher Grund ist die antirussische Sanktionspolitik, die österreichische Arbeitsplätze zerstört.

Steyr. Beim Kfz-Hersteller Steyr Automotive steht ein Personalabbau bevor: 70 Stellen wurden vorerst beim AMS-Frühwarnsystem zur Kündigung angemeldet – dies entspricht etwa vier Prozent der Belegschaft im oberösterreichischen Werk. Wie viele Job schlussendlich tatsächlich gestrichen werden, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch offen. Unter den bis zu 1.800 Beschäftigten bei Steyr Automotive befinden sich auch einige Lehrlinge und Leiharbeiter – üblicherweise sind letztere die ersten, die ihre Arbeit verlieren. Als Grund für die Jobvernichtung in Steyr gilt mangelnde Auslastung.

Der ehemals staatliche Konzern Steyr-Daimler-Puch war 1990 an MAN (und somit indirekt an VW) verkauft worden. Nach 30 Jahren wollte MAN aber an der Enns dichtmachen und mit der Produktion ins billigere polnische Krakau weiterziehen. Als Notlösung für den oberösterreichischen Standort galt die 2021 erfolgte Übernahme durch Siegfried Wolf, der ambitionierte Pläne vorlegte und angab, den Großteil der 2.300 Jobs „retten“ zu wollen. Nun, mit Spätsommer 2023, läuft jedoch der MAN-Auftrag für Steyr Automotive endgültig aus, die Pläne für Eigenmarken-LKWs sind erst in der Vorbereitungsphase, und die E‑Trucks für das schwedische Start-up Volta sind überschaubar. Aber auch ein anderer, sehr wichtiger Teil von Wolfs „Masterplan“ fällt weg.

Wolf verfügt nämlich schon lange über ausgezeichnete Beziehungen nach Russland, zu russischen Banken, Industriellen und Oligarchen wie Oleg Deripaska. Naheliegender Weise war es sein erklärtes Ansinnen, im Werk in Steyr Kooperationsproduktionen mit russischen Geschäftspartnern anzusiedeln – dies ist aber angesichts des EU-Sanktions- und Wirtschaftskrieges gegen Russland nicht mehr möglich. Wir haben in Steyr also ein prominentes Beispiel, wie die von der Bundesregierung mitgetragene schädliche Sanktionspolitik österreichische Arbeitsplätze vernichtet. Das wird Putin bestimmt zu denken geben…

Quelle: Der Standard

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