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Obdachloser Mann durch Altpapierpresse getötet

Salzburg. In Wals-Himmelreich im Bundesland Salzburg wurde ein 71-jähriger obdachloser Mann durch eine Altpapierpresse getötet. Der Obdachlose schlief in einem Altpapiercontainer, als um 5 Uhr morgens die Arbeiter der Müllentsorgung den Inhalt des Containers samt des 71-Jährigen in eine 30-Tonnen-Presse entleerten. Die Arbeiter, die die Schreie des Mannes gehört hatten, stoppten sofort den Pressvorgang, jedoch erlag der 71-Jährige seinen Verletzungen.

Obdachlose sind Opfer des kapitalistischen Systems

Österreich verfügt längst über die Ressourcen, um das Phänomen der Obdach- und Wohnungslosigkeit, die tragische Folgen wie diesen Vorfall nach sich zieht, auszumerzen. Jedoch ist es im kapitalistischen Wirtschaftssystem praktisch unmöglich, das Recht auf Wohnen in adäquaten Verhältnissen durchzusetzen, weil Wohnen ein profitables Geschäft ist. Man kann dies an explodierenden Mietpreisen und steigenden Betriebskosten beobachten. Zudem ist es erwiesen, dass arbeitslose Menschen und solche, die psychisch und physisch eingeschränkt sind, schnell in die Obdachlosigkeit rutschen.

Momentan kümmern sich vor allem Straßensozialarbeiterinnen und ‑sozialarbeiter darum, Kontakte mit diesen Menschen zu knüpfen und sie an Tageszentren bzw. Notunterkünfte zu vermitteln. Mittlerweile müssen aber auch einige Menschen mit einer eigenen Wohnung den Winter in sogenannte Wärmestuben überbrücken, weil sie sich das Heizen nicht leisten können. Neben dem allgemeinen Problem, dass es relativ einfach ist, obdachlos zu werden und umso schwieriger, aus dem Teufelskreis der Obdachlosigkeit auszubrechen, ist die Infrastruktur in Österreich vor allem auf Wien konzentriert, während in ländlichen Regionen wie in Wals-Himmelreich Obdachlose weniger Möglichkeiten haben, zumindest zeitweise irgendwo unterzukommen.

Quelle: ORF Salzburg

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