Start Klassenkampf Swarovski setzt Kündigungswelle fort: 1.000 Arbeitsplätze bedroht

Swarovski setzt Kündigungswelle fort: 1.000 Arbeitsplätze bedroht

Der Personalabbau bei Swarovski geht weiter. Den künftigen Ex-Mitarbeitern werden mit Unterstützung von Betriebsrat und AMS Almosen und heiße Luft präsentiert.

Wattens. Die Geschäftsführung des Tiroler Swarovski-Konzerns hat diesen Montag angekündigt, dass 1.000 Arbeiterinnen und Arbeiter am Hauptstandort des Betriebs in Wattens (Innsbruck-Land) gekündigt werden sollen. Damit setzt Swarovski-Chef Robert Buchbauer das erklärte Ziel um, bis 2022 einem Drittel aller Beschäftigten den Job zu nehmen. Im Juli kündigte der Konzern schon an, dass 200 Beschäftigte gekündigt werden, nun wurden 1.000 weitere über ihre Entlassung und „Möglichkeiten“ des Umstiegs informiert. Bis Jahresende werden die Führungskräfte des Konzerns alle Einzelgespräche mit den Kolleginnen und Kollegen abgeschlossen haben, dann beginnt auch der Fristenlauf der Kündigungen.

Kündigungswelle trotz Kurzarbeit

Bis 2022 werden nur mehr 3.000 Arbeiterinnen und Arbeiter in Wattens arbeiten – indes befürchten die Beschäftigten nicht zu Unrecht, dass weitere Kündigungswellen folgen könnten. Der Kristallkonzern Swarovski gehört in Tirol mit – noch – 6.600 Arbeitsplätzen zu den größten Unternehmen des Bundeslandes und zieht mit seinem radikalen Jobabbau einen offenen Klassenkampf gegen die hiesige Arbeiterklasse durch. Diese großangelegte Kündigungswelle reiht sich in eine ganze Serie an Kündigungen ein, bei denen vor allem jene Konzerne, die Kurzarbeitsgeld erhalten, eine wesentliche Rolle spielen. Allein für den Swarovski-Konzern hat die Arbeiterkammer ausgerechnet, dass die Staatshilfen 50 bis 80 Millionen Euro bis zum Ende der zweiten Kurzarbeitsperiode betragen werden.

Almosen und heiße Luft statt Klassenkampf

Natürlich hat die Konzernführung ganz im Stile moderner Marketing- und PR-Strategien schon an sinnlosen „Jobmessen“ und „Informationsveranstaltungen“ gebastelt, an denen auch der Betriebsrat, die Personalleitung, AMS und AMG Tirol mitgewirkt haben, um rechtliche Infos zum Sozialplan, der Arbeitsstiftung und dem Arbeitslosengeld zugänglich zu machen. In Wirklichkeit geht es darum, im Sinne des sozialpartnerschaftlichen Burgfriedens simple Informationsveranstaltungen als bedeutende Maßnahmen gegen die tausendfache Arbeitslosigkeit sowie die verschärfte soziale Lage der Beschäftigten zu präsentieren. Damit nicht genug, soll über das von der ÖVP Tirol initiierte Spendennetzwerk „Netzwerk Tirol Hilft“ ein sogenannter Familienhärtefallfond eingerichtet werden, weil der Swarovski-Clan „Solidarität mit besonderen Härtefallen“ zeigen möchte, während er sich gleichzeitig teure Privatjets und Luxusurlaube auf Kosten der Belegschaft gönnt, wie man Social-Media-Fotos einzelner Familienmitglieder entnehmen kann.

Quelle: Tiroler Tageszeitung

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