HomePanoramaAlle Räder stehen still, auch wenn es Zuckerberg nicht will

Alle Räder stehen still, auch wenn es Zuckerberg nicht will

Gestern Abend kam es zu einem mehrstündigen Ausfall der Internetplattformen Facebook, Instagram und WhatsApp. Da diese Dienste alle dem Facebook-Unternehmen angehören, hatte ein angeblicher Netzwerkfehler weitreichende Folgen für zahlreiche User weltweit.

San Francisco. Etwa gegen 17.30 Uhr am 4. Oktober berichteten bereits zahlreiche Internetdienste, die für die Überwachung und Hilfestellung bei ausfallenden Internetseiten zuständig sind, von Meldungen von vielen hunderttausenden Userinnen und Usern, die den Ausfall von Facebook, WhatsApp und Instagram beklagten. Tatsächlich waren ab diesem Zeitpunkt die Plattformen für etwa sechs Stunden inaktiv und nicht erreichbar.

Finanzieller Schaden für Milliardär Zuckerberg

Facebook vermeldete heute, dass der Ausfall auf eine fehlerhafte Änderung in der Netzwerkkonfiguration zurückzuführen sei. So seien sogar in der Facebook-Zentrale in Menlo Park bei San Francisco die elektronischen Schlüsselkarten ausgefallen und der Konzern musste ein Team in ein Rechenzentrum schicken, um einen manuellen Reset vorzunehmen. Mark Zuckerberg teilte nach der digitalen Wiederauferstehung der Dienste mit, dass er wüsste, wie sehr die Menschen an den Diensten des Cyberkonzerns hängen: „I know how much you rely on our services…“ Dabei muss wohl auch gesagt werden, dass allein Zuckerbergs Vermögen einen Schaden von mehreren Milliarden Dollar erlitt aufgrund von nicht erfolgten Werbeleistungen in den Stunden des Ausfalls – wer hier also wen braucht, um Profite zu scheffeln, zeigt sich recht deutlich.

Während des Ausfalls verzeichnete der Kurznachrichtendienst und Facebook-Konkurrent Twitter einen enormen Zuwachs an Userinnen und Usern. Für Facebook kommt der Ausfall als Krönung einer Reihe von negativen öffentlichen Meldungen über den Konzern. So wurde erst kürzlich einiges über die Praxis des Konzerns, ausgewogenere Berichterstattung in Wahlkämpfen zu behindern und Falschinformationen nicht zu unterbinden, bekannt, als eine Ex-Mitarbeiterin als Whistleblowerin an die Öffentlichkeit ging. Facebook bezieht den Profit bekanntlich aus Werbeeinnahmen und da ist der Konzern noch nie sehr selektiv gewesen, wer seine Agenden pushen darf, solange auch brav gezahlt wird.

Tendenz der Monopolisierung

Der aktuelle Zwischenfall sollte auf jeden Fall daran erinnern, dass die kritische digitale Infrastruktur, wie es die Facebook-Dienste für viele sind, keineswegs unfehlbar ist. Hinzu kommt der dem Kapitalismus innewohnende Trend zur Monopolisierung in jeder Branche, auch im digitalen Markt. Das führt dazu, dass der Ausfall oder das innere Zerwürfnis in nur einem Konzern einen Effekt auf die Massen der Menschen hat, die in der Verwaltung dieser Dienste kein Mitspracherecht genießen.

Quelle: ORF

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