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Fiakerpferd verendet auf Wiener Ringstraße

Wieder einmal stirbt ein Pferd eines Kutschengespanns mitten im Zentrum der österreichischen Bundeshauptstadt: Ein unnötiger Tod beendet ein tragisches Leben im Dienste des Tourismusprofits.

Wien. In der Wiener Innenstadt kam es am vergangenen Freitag zu einem tragischen Todesfall: Auf der Ringstraße kollabierte ein Fiakerpferd, brach zusammen und verstarb an Ort und Stelle. Das tote Tier wurde mit einer Plane abgedeckt, die Feuerwehr rückte an, um den Kadaver von der Straße zu schaffen. Die Polizei bemühte sich unterdessen, das öffentliche Aufsehen und die Dokumentation des Vorfalls einzudämmen. Dem Verein gegen Tierfabriken (VGT) liegen dennoch Fotos vom Ort des Geschehens vor, die neben dem Leichnam ein zweites Pferd zeigen – den Gespannkollegen –, das offenkundig von der Situation tief betroffen ist. Der VGT erneuert die Forderung nach einem Verbot der Fiaker im Stadtgebiet und verweist auf eine Reihe ähnlicher Vorfälle in der Vergangenheit.

Tatsächlich ist schwer einzusehen, was Pferdekutschen auf einer mindestens drei‑, stellenweise sogar vierspurigen Autostraße, die auch noch von zwei Straßenbahngleisen gesäumt wird, im Zentrum einer Millionenstadt verloren haben sollen. Die als Touristenattraktion angepriesenen Fiakerrundfahrten sind eine absurde, anachronistische Schinderei, die massiven psychischen Stress und eben auch eine schwere körperliche Belastung für die Pferde bedeutet. Wie groß die Gefahren sind, beweist der neue Todesfall dieses in einer Kutsche eingespannten Pferdes, das auf der viel befahrenen Ringstraße unterwegs sein musste – und sie werden bei steigenden Temperaturen sowie insbesondere im Hochsommer noch größer werden. Es ist offensichtlich, dass diese unnötige Tierquälerei ein Ende haben muss: Sie dient lediglich den Profitinteressen des Wiener Tourismusbetriebs und nimmt keine Rücksicht auf die Gesundheit und das Leben der Tiere, die nicht auf asphaltierte Straßen, sondern auf Wiesen oder wenigstens Erdböden gehören. Die SPÖ-geführte Wiener Landesregierung muss endlich tätig werden.

Quelle: Verein gegen Tierfabriken

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