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Mütter sind besonders belastet

Innsbruck. Bereits vor der Krise waren Frauen und Mütter einer hohen Belastung ausgesetzt. Neben der Lohnarbeit erledigen in Österreich immer noch Frauen den größten Teil der Reproduktionsarbeit (Kinderbetreuung, Haushaltsmanagement, oftmals Pflege älterer Angehöriger). In Folge der Pandemie ist diese Belastung durch die Verlagerung des Unterrichts nach Hause und die Schießung von Kleinkinder- und Kinderbetreuungseinrichtungen in einem großen Maße gestiegen.

Die für Mütter in der Pandemie gestiegene Belastung spiegelt sich auch in den Beratungseinrichtungen des Landes Tirol wider. Viele Beratungseinrichtungen für Frauen und Mütter stehen an den Grenzen ihrer Kapazitäten. Der Verein „Frauen im Brennpunkt“ gibt an, dass sich die Nachfrage an Beratungen 2020 im Vergleich mit 2019 verdoppelt hat und im Jahr 2021 ein weiterer starker Anstieg zu verzeichnen ist.

Wie vor der Krise ist ein häufiges Thema die Vereinbarkeit von Lohn- und Reproduktionsarbeit. Die Pandemie hat mit der Schließung der Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen zu einer Verfestigung traditioneller Rollenaufteilung in der Familie geführt. Hinzu kommt, dass viele von Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit betroffen sind. Mit der Schließung des Einzelhandels, der Gastronomie und des Tourismus sind insbesondere Bereiche betroffen gewesen, in denen überwiegend Frauen arbeiten. Dies verschärft für viele Mütter nicht nur die finanzielle Situation und ökonomische Abhängigkeit von ihrem Partner, sondern hat auch ein verstärktes Abschieben von Reproduktionsarbeit auf die Mütter zur Folge.

Die Krise und die Pandemie zeigen einmal mehr sehr deutlich, dass der Kapitalismus nicht in der Lage ist, Probleme der arbeitenden Frau zu lösen. Schon vor der Krise standen zu wenige Kleinkinder- und Kinderbetreuungseinrichtungen zur Verfügung, die zudem in vielen Fällen mit großen Kosten für die Mütter verbunden sind. Die Pandemie und die Schließung dieser Einrichtungen hat die Situation weiter verschärft, denn neben der zusätzlichen Reproduktionsarbeit sollte sie häufig auch weiterhin der kapitalistischen Ausbeutung ihre Arbeitskraft zur Verfügung stehen oder wurden in Kurzarbeit geschickt oder gekündigt. Die Partei der Arbeit hat bereits zum 8. März geschrieben, dass „für die arbeitende Frau wie für die Arbeiterklasse insgesamt … der einzige Ausweg aus der Krise der gemeinsame Kampf für den Sozialismus und ein Ende der Ausbeutung durch das Kapital“ ist.

Quellen: ORF/PdA

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