Start Panorama Pensionierte Kolleginnen helfen in Spitälern

Pensionierte Kolleginnen helfen in Spitälern

Während der Corona-Pandemie zeigt sich, dass auch das österreichische Gesundheitssystem an seine Grenzen gerät. In Wien wird bereits pensioniertes Personal als Unterstützung eingesetzt.

Wien. Dass die Corona-Pandemie die Gesundheitssysteme vieler kapitalistischer Staaten an ihre Grenzen oder über diese hinaus gebracht hat, ist kein Geheimnis mehr. Auch in Österreich haben die hohen Infektionszahlen zu einer starken Belastung bis hin zur Überlastung der Kolleginnen und Kollegen in den Krankenhäusern geführt. Der schon im Normalbetrieb herrschende Personalnotstand zeigt sich in dieser Situation besonders drastisch. Es kommt zu einer weiteren Verschlechterung der Arbeitsbedingungen auf verschiedenen Ebenen. Diese Situation hat in Wien dazu geführt, dass pensionierte Spitalsmitarbeiterinnen und ‑mitarbeiter in Wiener Spitälern aushelfen. Die Mehrheit der Kolleginnen und Kollegen, die hier als Freiwillige im Wiener Gesundheitsverbund zum Einsatz kommen, sind ehemalige Pflegekräfte, aber auch Ärzte und medizinisch-technisches Personal.

Im November gab es einen Aufruf an die Kolleginnen und Kollegen, die in den vergangenen zwei Jahren – nicht aufgrund von gesundheitliche Faktoren – pensioniert wurden. Daraufhin haben sich 150 willige Kolleginnen und Kollegen gemeldet, von denen aber lediglich 15 in ihren ehemaligen Stationen im Einsatz sind. Die Kolleginnen und Kollegen werden bis März/April die Arbeit in den Spitälern unterstützen. Jede zusätzliche Arbeitskraft ist in der aktuellen Situation eine Hilfe und Entlastung, jedoch sind diese 15 nur ein Tropfen auf dem heißen Stein in der aktuellen Situation. 

Das Gesundheitssystem krankt

Die konsequente Unterfinanzierung des Gesundheitssystems und die Personaleinsparungen in den vergangenen Jahren, die schon unter regulären Verhältnissen zur Überausbeutung der Kolleginnen und Kollegen führt, wird hierdurch erst recht nicht behoben. Die Partei der Arbeit fordert deswegen in ihrem Beitrag Kapitalistische Krankheit, sozialistische Kur „ein flächendeckendes, kostenloses und leistungsfähiges Gesundheitssystem für alle, mit ausreichend staatlicher Finanzierung, genügend Ärzten und Pflegekräften, mit jederzeit verfügbaren materiellen Ressourcen wie Medikamenten, Geräten und Krankenbetten – gerade während der Corona-Pandemie zeigt sich, dass dies eine absolute Notwendigkeit ist. Aber das wird der Kapitalismus niemals garantieren. Gesundheit und Krankheit, Leben und Tod sind im Kapitalismus Klassenfragen.“

Quelle: ORF

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