HomePolitikAuch Wien Energie und EVN streben nach Extraprofiten

Auch Wien Energie und EVN streben nach Extraprofiten

Auch die im mehrheitlichen Besitz der Bundesländer Wien und Niederösterreich befindlichen Energielieferanten EVN und Wien Energie erhöhen die Preise mit 1. September. PdA-Vorsitzender Tibor Zenker führt das auf kapitalistisches Profitstreben zurück, das immer mehr Menschen in die Armut stürzt.

Wien/Maria Enzersdorf. Nachdem zahlreiche private Energieanbieter bereits ihre Preise erhöht beziehungsweise den Kunden die Kündigung in Aussicht gestellt haben, falls sie mit der Erhöhung nicht einverstanden sind, wollen nun auch die mehrheitlich in öffentlichem Besitz befindlichen Energieanbieter EVN und Wien Energie mit 1. September ihre Preise erhöhen, obwohl mit 1. Jänner 2023 ohnehin eine Preisanpassung vorgesehen gewesen wäre. Wien Energie gehört zu den Wiener Stadtwerken und ist somit zu 100 Prozent im Eigentum der Stadt Wien. Die EVN ist zu 51% im Besitz des Landes Niederösterreich, zu 28,35% sind auch hier die Wiener Stadtwerke beteiligt, die restlichen Aktien halten Mitarbeiter und private Aktionäre.

Für die Präsidentin der Arbeiterkammer (AK), Renate Anderl, ist die Preiserhöhung „hochproblematisch“. Von Seiten der Unternehmen wurden Bindungs- und Treueaktionen angekündigt, um die Preiserhöhungen teilweise abzufedern. Für die AK ist nicht nachvollziehbar, warum Bindungs- und Treueaktionen anstelle von günstigen Tarifen eingesetzt werden. Dies hat vor allem den Nachteil, dass nur Kundinnen und Kunden mit Bestandsvertrag profitieren. Menschen, die zum Beispiel aufgrund eines Todesfalls oder Umzugs einen neuen Vertrag benötigen, werden dadurch benachteiligt. Diese sind heute schon mit deutlich höheren Kosten konfrontiert und profitieren nicht von Bindungs- und Treueaktionen.

PdA: Kapitalistisches Profitstreben befeuert die Energiepreise

„Die in öffentlicher Hand befindlichen Betriebe könnten und sollten jetzt eine wichtige Rolle im Kampf gegen die Preistreiberei spielen. Stattdessen sind sie Teil des Preiskarussells. Bereits die Rekordgewinne des Verbund-Konzerns zeigen das, nun ziehen auch EVN und Wiener Stadtwerke nach“, sagt Tibor Zenker, Vorsitzender der Partei der Arbeit Österreichs (PdA), in einer Stellungnahme. Und weiter: „Kapitalistisches Profitstreben befeuert die Energiepreise und damit die Armut immer größerer Teile der Bevölkerung. Das ist das Ergebnis dessen, dass die EVN und die Stadtwerke nach profitorientierten, und nicht nach gemeinnützigen Kriterien geführt werden.“

Quelle: ots

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