Start Politik Stimmung in Bevölkerung schlecht – Gegenmacht der Werktätigen fehlt

Stimmung in Bevölkerung schlecht – Gegenmacht der Werktätigen fehlt

Linz. Der Optimismus der Österreicher ist auf ein Rekordtief gesunken. Nur mehr 24 Prozent sahen bei einer Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstitutes IMAS den kommenden zwölf Monaten generell mit Zuversicht entgegen. Das ist der geringste Wert in den seit 1972 – also 48 Jahren – durchgeführten Umfragen.

Die aktuelle Grundstimmung unterscheidet sich nicht ganz unerwartet deutlich von der vor Beginn der Coronavirus-Krise. Doch auch der nunmehrige, aus dem September stammende Optimismuswert liegt um gleich 14 Prozentpunkte unter dem der Juli-Umfrage. 37 Prozent der 1.014 zuletzt Befragten blicken der nahen Zukunft mit Skepsis entgegen, weitere 35 Prozent mit Sorge. Vor allem Frauen, Menschen aus schwächeren sozialen Schichten und die Generation 60 plus sind besonders besorgt.

Basisgewerkschaften und Arbeiterpartei aufbauen!

Wer die täglich eintrudelnden Meldungen über Betriebsschließungen, Stellenabbau und Werksverlagerungen kennt, wird sich über die schlechte Stimmung in der Bevölkerung kaum wundern. Die Menschen schätzen das schon richtig ein, aber viele wissen nicht über die Ursachen der Misere Bescheid: den Kapitalismus. In diesem Wirtschaftssystem ist der Profit der Konzerne die heilige Kuh. Folgerichtig versuchen die Wirtschaftsbosse die Krise auch dazu zu nützen, die Ausbeutung zu verschärfen, und am Ende noch Zusatzgewinne mit der Angst der Menschen zu erwirtschaften.

Die logische Gegenmacht wären die Gewerkschaften und eine starke Partei, die nur für die Interessen der Werktätigen da ist. Die Gewerkschaften sind seit Jahrzehnten verdorben von „sozialpartnerschaftlichem“ Denken, und haben das Kämpfen vollständig verlernt. Und die Klassenpartei der Arbeiterschaft gibt es seit Jahrzehnten nicht. Die Partei der Arbeit (PdA), die 2013 zu diesem Zweck gegründet wurde, und auch diese Zeitung herausgibt, ist noch klein und im Aufbau begriffen.

Beides ist aber bitter nötig: Kämpferische Basisgewerkschaften, die mit den derzeitigen Funktionärsgewerkschaften nichts gemeinsam haben, und eine starke Arbeiterpartei. Geschaffen müssen diese bitter nötigen Einrichtungen von Werktätigen selbst werden, aber wir werden dabei behilflich sein, Strukturen schaffen und nicht zuletzt mit der Zeitung der Arbeit Aufklärungsarbeit betreiben.

Quelle: ORF OOE

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