Start Poli­tik Trotz Coro­na-Kri­se: 91 Pro­zent aller poten­ti­el­len Medi­zin­stu­die­ren­den abge­wie­sen

Trotz Corona-Krise: 91 Prozent aller potentiellen Medizinstudierenden abgewiesen

Vie­le Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten sind an der Medi­zin­auf­nah­me­prü­fung geschei­tert, der Kom­mu­nis­ti­sche Stu­den­tIn­nen­ver­band übt Kri­tik an den Vor­gän­gen und auch die Par­tei der Arbeit bestärkt ihre Posi­ti­on, dass das Gesund­heits­sys­tem aus­ge­baut wer­den müs­se und hier­für braucht es mehr Ärz­tin­nen und Ärz­te.

Öster­reich. Die jähr­li­chen Auf­nah­me­prü­fun­gen für das Medi­zin­stu­di­um sind bekannt dafür, beson­ders rigo­ros zu sein. So wer­den auch die­ses Jahr wie­der weit mehr als die Hälf­te aller poten­ti­el­len Medi­zin­stu­die­ren­den abge­wie­sen wer­den. Kon­kret haben sich 17.599 Per­so­nen ent­schlos­sen, ein Medi­zin­stu­di­um anzu­tre­ten, von denen sich aber 15.859 nicht qua­li­fi­zie­ren konn­ten. Trotz der welt­weit gemach­ten Erfah­run­gen im Kampf mit dem Coro­na­vi­rus führt die schwarz-grü­­ne Bun­des­re­gie­rung den Kurs der vor­he­ri­gen Regie­run­gen wei­ter, der Leer­stel­len und Defi­zi­te in der medi­zi­ni­schen Ver­sor­gung bewusst in Kauf nimmt. Gleich­zei­tig wird etli­chen jun­gen Men­schen, die auch vor der Coro­­na-Kri­­se schon gebraucht wur­den, durch unre­flek­tiert hohe Hür­den die Chan­ce ver­wehrt, ein Medi­zin­stu­di­um anzu­fan­gen.

Kommunistischer StudentInnenverband (KSV) übt Kritik

Der Kom­mu­nis­ti­sche Stu­den­tIn­nen­ver­band (KSV) hat als poli­ti­sche Kraft an den Hoch­schu­len von Anfang an ver­sucht, den poli­ti­schen Wider­stand trotz der anfäng­li­chen Ver­un­si­che­rung durch die Coro­­na-Maß­­nah­­men zu orga­ni­sie­ren und den Stu­die­ren­den eine Stim­me zu geben (ZdA berich­te­te). Der der­zei­ti­ge ÖH-Man­­da­­tar des KSV, Dario Taba­ta­bai, fin­det kla­re Wor­te zur der­zei­ti­gen Hand­ha­bung der Medi­zin­auf­nah­me­prü­fung: „Die­se, wie alle Zugangs­be­schrän­kun­gen, füh­ren zu nichts wei­ter als Eli­ten­bil­dung und einer wei­te­ren Ver­schär­fung der Situa­ti­on des öster­rei­chi­schen Gesund­heits­sys­tems.“ Der KSV wird sich wei­ter­hin dafür ein­set­zen, dass alle Matu­ran­tin­nen und Matu­ran­ten nicht an sinn­lo­sen und unre­flek­tier­ten Hür­den schei­tern und die Stu­di­en­plät­ze auf­ge­stockt wer­den.

Partei der Arbeit (PdA) ruft zu Widerstand auf

In Öster­reich sind bereits jetzt 95 Kas­sen­stel­len für Haus­ärz­te nicht besetzt. Eine Ten­denz, die sich durch die kapi­ta­lis­ti­sche Gesund­heits­po­li­tik in Zei­ten einer zuneh­men­den wirt­schaft­li­chen Kri­se stei­gern kann. Tat­säch­lich gibt es in der Kin­­der- und Jugend­heil­kun­de, der Psy­cha­t­rie, Radio­lo­gie und All­ge­mein­me­di­zin zu weni­ge Stu­di­en­ab­gän­ger und ‑abgän­ge­rin­nen. Die Par­tei der Arbeit (PdA) hat in den letz­ten Wochen und Mona­ten das kapi­ta­lis­ti­sche Gesund­heits­sys­tem Öster­reichs ana­ly­siert und immer wie­der kri­ti­siert. Tibor Zen­ker, Vor­sit­zen­der der Par­tei der Arbeit (PdA) stellt klar: „Auch wenn das öster­rei­chi­sche Gesund­heits­sys­tem – vor­erst – einer Situa­ti­on wie in Ita­li­en oder Spa­ni­en ent­gan­gen ist, haben die Regie­run­gen der letz­ten Jah­re durch Strei­chung von Gel­dern, Pri­va­ti­sie­rungs­wel­len sowie der Fle­xi­bi­li­sie­rung von Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­sen die Kapa­zi­tä­ten des Gesund­heits­sys­tems ein­ge­schränkt“. Außer­dem macht er dar­auf auf­merk­sam, dass sowohl das Gesun­d­heits- als auch das Hoch­schul­sys­tem unheil­bar am Virus des kapi­ta­lis­ti­schen Pro­fits erkrankt sind. Solan­ge bür­ger­li­che Regie­run­gen alle gesell­schaft­li­chen Berei­che und Bedürf­nis­se den Kapi­tal­in­ter­es­sen der Mono­pol­kon­zer­ne unter­ord­nen, kann man sich kei­ne Ver­bes­se­rung der Situa­ti­on erhof­fen. Statt­des­sen for­dert Zen­ker dazu auf, dass die Stu­die­ren­den und Beschäf­tig­ten im Gesund­heits­sek­tor ihre gemein­sa­men Inter­es­sen erken­nen und Wider­stand gegen eine Poli­tik orga­ni­sie­ren, die arbei­­ter- und stu­den­ten­feind­lich ist.

Die Mise­re der letz­ten Wochen und Mona­te hat ein­drucks­voll bewie­sen, dass die­se klas­sen­kämp­fe­ri­sche Per­spek­ti­ve den ein­zi­gen Aus­weg bie­tet aus einer Poli­tik, die unter einer heuch­le­ri­schen Rhe­to­rik der „natio­na­len Ein­heit“ Mil­lio­nen in die Betriebs­kas­sen spült, wäh­rend die arbei­ten­de Klas­se und die Jugend durch die Fin­ger schau­en.

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