HomePolitikWachsende Ungleichheit und soziales Unbehagen

Wachsende Ungleichheit und soziales Unbehagen

Wien. Das Austrian Corona Panel Project befragt wöchentlich 1500 ausgewählte Personen, um repräsentative Ergebnisse liefern zu können.

Die Studie zeigt, dass von der Krise vor allem Alleinerziehende, Menschen ohne Hochschulabschluss und Menschen mit Migrationshintergrund betroffen sind. Wer vor der Krise wenig hatte, wurde im Zuge der Krise noch ärmer. Die für die Studie verantwortliche Politologin Barbara Prainsack hält aber fest, dass die Coronavirus-Krise die Menschen ungleicher mache, „aber die Ausstattung war schon davor ungleich“.

Dabei steigt auch der psychische Druck, existenzielle Ängste machen sich breit und parallel dazu wächst der Alkoholkonsum.

Die durchgeführten Befragungen zeigen zwei Ergebnisse im gesellschaftlichen Verhalten: Einerseits habe die Krise zu solidarischerem Verhalten untereinander geführt. Man nehme mehr Rücksicht aufeinander und Menschen bleiben auch dann zuhause, wenn sie sich nicht der Risikogruppe zugehörig fühlen, um potentielle Risikogruppen nicht noch mehr zu gefährden.

Andererseits aber warnt Prainsack vor der Gefahr des Entstehens neuer Feindbilder. Hierzu gehören Menschen, die sich momentan gesellschaftlich rücksichtslos verhalten und die Ausgangsbeschränkungen oder Mindestabstände nicht ernst nehmen würden. Oftmals stünden hierbei gerade die Risikogruppen im Visier – etwa ältere Mitmenschen, die trotz der Ausgangsbeschränkung joggen. Ausschlaggebend sei hierfür die fehlende Selbsteinschätzung dieser Personen, die sich trotz des Alters nicht zur Risikogruppe zugehörig fühlten.

Daraus sei klargeworden, dass die Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe mit Scham verbunden sei und damit einhergehend mit Angst vor Stigmatisierung. Gerade der Umstand, dass für Risikogruppen Opfer gebracht würden, löse Unbehagen in diesen Gruppen aus. Man müsse in der Art und Weise, wie über Risikogruppen gesprochen wird, in Zukunft vorsichtiger sein.

Quelle: ORF

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