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Vor 105 Jahren begann der Völkermord an den Armeniern

Am 24. April jährte sich der Völkermord an der armenischen Bevölkerung im Osmanischen Reich zum 105. Mal. Im Zuge des ersten Weltkriegs befahl die türkisch-osmanische Staatsführung 1915 den Genozid an den Armeniern. Sie wurden massenhaft vertrieben, auf Todesmärschen ermordet, enteignet und geplündert. Zeitgleich kam es auch zu Massakern an der assyrischen und aramäischen Bevölkerung.

Politische Verbündete

Die politische und militärische Führung k.u.k. Monarchie, ein Bündnispartner des Osmanischen Reiches im ersten Weltkrieg, war über den Genozid bestens informiert. Sie tolerierte den Völkermord oder sah ihn sogar als kriegsnotwendig an und schritt in keinster Weise ein. Das deutsche Kaiserreich, das mit der Habsburgermonarchie und dem Osmanischen Reich verbündet war, leistete sogar logistische Unterstützung bei der Organisation des Völkermordes.

Rund 75% der damaligen armenischen Bevölkerung des Osmanischen Reiches wurden 1905 ermordet. Armenischer Grund und Boden, Häuser und Wohnungen, persönlicher Besitz wurde enteignet und geplündert. Armenische Einrichtungen und Kulturgüter wurden zerstört. Heute leben noch rund 40.000 Armenier und Armenierinnen auf dem Staatsgebiet der heutigen Türkei.

Anerkennung und Aufarbeitung

Die türkische Republik als Rechtsnachfolger des Osmanischen Reiches leugnet den Völkermord an der armenischen Bevölkerung bis heute. Mit dem Artikel 301 des türkischen Strafgesetzes („Beleidigung des Türkentums“) werden bis heute Menschen juristisch verfolgt, die den Völkermord in der Öffentlichkeit ansprechen und die türkische Verantwortung thematisieren. Die heutige Führung der Türkei übt auch auf internationaler Ebene immer wieder Druck auf Staaten aus, die den Völkermord anerkennen.

Die Partei der Arbeit Österreichs erklärte 2015 zum 100. Jahrestag des Völkermordes bereits, dass die Republik Österreich als Rechtsnachfolger der k.u.k. Monarchie den Völkermord an den Armeniern dringend anerkennen und die Rolle der politischen sowie militärischen Führung der Habsburgermonarchie beim Völkermord aufarbeiten müsse. Der Völkermord wurde durch den österreichischen Staat zwar trotz Drucks aus der Türkei anerkannt, über die eigene Rolle wird allerdings bis heute geschwiegen.

Die Kommunistische Partei Armeniens schreibt in einer Stellungnahme zum 105. Jahrestag des Völkermordes, dass der Genozid mehrere nachfolgende Generationen von Armeniern und Armenierinnen in einer weit verstreuten Diaspora in der ganzen Welt, im heutigen Armenien und auch in der Türkei in den letzten 100 Jahren unauslöschlich geprägt und ihre Psyche und Identität maßgeblich beeinflusst hat. Sie erinnern in ihrer Erklärung auch an den Mord an dem prominenten türkisch-armenischen Journalisten Hrant Dink, der 2007 in aller Öffentlichkeit und am helllichten Tag vor seinem Büro in Istanbul ermordet wurde.

Quelle: PdA / solidnet

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