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Zu den Angriffen auf das Gesundheitspersonal

Ein Kommentar von Markus Weiss

Individuell Angst vor einer Covid-Schutzimpfung zu haben – das ist die eine Sache. Diese Angst ist vor allem das Problem des Verängstigten, der sich nur unter Überwindung (oder eben gar nicht) vor einer potentiell gefährlichen Krankheit schützen kann. Indirekt betroffen ist sein direktes Umfeld.

Ein individuelles Problem ist immer auch ein gesellschaftliches Problem, und je mehr Individuen davon betroffen sind, desto augenscheinlicher wird das. Im aktuellen Fall, unter den Bedingungen der pandemischen Lage, auch desto triftiger.

Diesem gesellschaftlichen Problem könnte man mittels Psychotherapie zur Behandlung offensichtlich getriggerter tieferliegender Ängste sowie mittels wissenschaftsgeleiteter, volksnaher Aufklärungsarbeit ausreichend effektiv beikommen. Blöd nur, dass das zweierlei Dinge voraussetzen würde. Erstens ein Gesundheitssystem, das nicht kaputtgespart wird, sondern ausreichend kostenlose psychotherapeutische Betreuung bietet. Und zweitens einen Staat, dem wissenschaftsgeleitete, volksnahe Aufklärungsarbeit ein Anliegen ist.

Und jetzt kommen wir zu der anderen Sache: Etwas völlig anderes nämlich ist eine auf Lügen basierende organisierte Impfgegnerschaft. Was deren Speerspitzen und Einpeitscher vertreten und verbreiten, ist Hass auf die Arbeiterklasse und das Volk, indem sie versuchen, uns zu spalten.

Welch schauerliche Früchte diese Saat bereits trägt, sieht man an den häufiger werdenden verbalen und körperlichen Angriffen auf Gesundheitspersonal. Krankenhäuser müssen bereits von Sicherheitskräften geschützt werden. Zuletzt wurde in Braunau eine Pflegerin beschimpft und mit heißem Kaffee überschüttet. 

Wenn man Ängste ernst nimmt, kann man sie auch lösen. Doch volks- und wissenschaftsfeindliche Propaganda und Aktivitäten müssen bekämpft und Angriffe auf Arbeiterinnen und Arbeiter verhindert werden.

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