Start Internationales KKE enthüllt Denkmal für die Opfer von Makronisos

KKE enthüllt Denkmal für die Opfer von Makronisos

Die Kommunistische Partei Griechenlands (KKE) enthüllte am Sonntag ein Monument zum Gedenken der Opfer des Regimes zwischen 1947 und 1955. Die Rede hielt der Generalsekretär Dimitris Koutsoumbas.

Griechenland/Makronisos. Am 6. September versammelten sich hunderte Mitglieder, Anhängerinnen und Anhänger der Kommunistischen Partei Griechenlands (mit Mundschutz und dem nötigen Sicherheitsabstand) auf der Insel Makronisos, um ein Denkmal für die Opfer des ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslagers zu enthüllen. Bereits im Zuge der Balkankriege als Gefangenenlager genutzt, diente die Insel im griechischen Bürgerkrieg den Machthabern als Konzentrationslager für politische Häftlinge und Regimegegner. Insgesamt wurden auf Makronisos bis 1957 fast 70.000 Menschen gefangengehalten, darunter bekannte Künstler, Dichter und Schriftsteller wie Giannis Ritsos, Apostolos Santas, Mikis Theodorakis, Nikos Koundouros, Manos Katrakis und viele andere Kämpferinnen und Kämpfer der EAM-ELAS.

Schatten

Das vom Bildhauer und Kunstprofessor Markos Georgilakis kunstvoll angefertigte Denkmal zeigt fünf mehr als zwei Meter hohe menschliche Umrisse: Vier Männer und eine Frau. Es wurde auf den Namen „Schatten“ getauft. Das Denkmal ist betont schlicht gehalten und flößt dem Betrachter wie von selbst Anerkennung und Respekt für die Vergangenheit und die Erlebnisse im Widerstand ein. Es passt sehr gut in den gewohnt würdevoll gehaltenen Umgang der Partei mit der turbulenten Geschichte der KKE und damit einhergehend mit der Geschichte Griechenlands.

Die KKE selbst verglich diesen Gedenkakt mit der Erfüllung einer bedeutsamen Verpflichtung, die sie sich auferlegte, um allen auf dieser unseligen Insel Gefangenen, Gefolterten und Ermordeten die verdiente Ehre zu erweisen. Allen Widrigkeiten zum Trotz standen sie nämlich als „[…] Symbole von Tapferkeit und Standhaftigkeit, ethischem Handeln und Heldentum, die vom unverrückbaren Glauben an höhere Ideale geleitet wurden, den Idealen der Beseitigung der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen.“

Die Rede des Generalsekretärs

Die Hauptrede hielt Generalsekretär Dimitris Koutsoumbas. Darin hielt er fest: „Immer dann, wenn wir auf diese Felsen treten, empfinden wir Pflichtbewusstsein, Ehre und Verantwortungsbewusstsein gegenüber denjenigen, die auf Makronisos ihr Martyrium erleiden mussten, gegenüber denjenigen, die aus erster Hand die systematische, organisierte Brutalität der Bourgeoisie zu dem einen Zweck erlebt haben: sie zu unterwerfen, sie zur Umkehr zu bewegen und der KKE und ihren Ideen abzuschwören. Wir werden nicht vergessen, dass diese Hölle 1947 in Betrieb genommen wurde. Dies geschah in enger Zusammenarbeit mit den britischen und amerikanischen Verbündeten der herrschenden Klasse, um die Arbeiter- und Volksbewegung zu zerschlagen, die eine Rechtfertigung für ihre Opfer für die Befreiung Griechenlands vom Joch der faschistischen und nationalsozialistischen Besatzung verlangte.“ In seiner Rede gedachte er nicht nur der Mitglieder und Kader der Partei, die in die Fänge bürgerlicher Klassenjustiz gerieten und für ihr antifaschistisches Engagement leiden mussten, sondern machte auch auf die Notwendigkeit aufmerksam, aus den Fehlern der griechischen und internationalen kommunistischen Bewegung zu lernen. Als Fehler diesbezüglich identifizierte Kotsoumbas die fehlende Verschmelzung des antifaschistischen Kampfes mit dem grundlegenden Kampf um die Erringung der Macht durch das Volk, auf griechischer wie auf internationaler Ebene.

Er beendete seine Rede mit den Worten: „Wir werden niemals unsere Genossen im Exil auf Makronisos vergessen, die viel gelitten, sich aber nie unterworfen haben. Wir werden euch nicht vergessen! Wir ehren euch jeden Tag mit unserem Kampf! Keines eurer Opfer war vergebens! Denn die Saat, die ihr gestreut habt, ist stark geworden und sie ist heute hier .…

Ehre und Ruhm den Tausenden von Kämpfern, die ihr Leben für die höchsten Ideale, die die Menschheit je gekannt hat, gegeben haben. Lang lebe die heldenhafte Kommunistische Partei Griechenlands!“

Der Tag endete mit einer gelungenen musikalischen Darbietung von Thanos Mikroutsikos´ Werk Kantate für Makronisos, die auf der Insel zum ersten Mal aufgeführt wurde.

Quelle: KKE

Video 1, Video 2

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