HomeFeuilletonGeschichte200 Jahre Griechische Revolution

200 Jahre Griechische Revolution

Im März 1821 begann der Aufstand der Griechen gegen die osmanische Herrschaft, an dessen Ende die Schaffung des bürgerlichen griechischen Nationalstaates stand.

Athen. In Griechenland wurde am 25. März 2021 der 200. Jahrestag des Beginns der Griechischen Revolution begangen. Der damalige Aufstand gegen die osmanische Herrschaft markiert den Auftakt zur schließlichen Herausbildung eines selbständigen griechischen Nationalstaates nach Jahrhunderten der Fremdherrschaft. Freilich konnten die griechischen Freiheitskämpfer zunächst nur die Peloponnes gegen das türkische Militär halten, im Jänner 1822 erfolgte eine formelle Unabhängigkeitserklärung, 1827 wurde das Territorium als Hellenistischer Staat konstituiert. Die internationale Anerkennung 1828–1830, die auch finanzielle und militärische Unterstützung implizierte, wurde von Großbritannien, Frankreich und Russland unter Aufgabe der republikanischen und aufklärerischen Prinzipien erkauft, aber eben auch auf diese Weise gegen das Osmanische Reich durchgesetzt. 1832 wurde die Monarchie eingeführt. Somit gingen manche fortschrittliche Impulse der Revolution 1821–1829 letztlich natürlich verloren, der neue Staat bedeutete die Klassenherrschaft des Bürgertums und der Landbesitzer. Nichtsdestotrotz handelte es sich dabei um einen notwendigen historischen Fortschritt in der langen Geschichte des griechischen Volkes.

Auf diese Weise rezipiert auch die Kommunistische Partei Griechenlands (KKE) den Jahrestag des 25. März 1821. KKE-Generalsekretär Dimitris Koutsoumbas erklärte zum 200. Jubiläum der Griechischen Revolution: „Die Revolution von 1821 lehrt uns, dass ‚die Notwendigkeit immer zur Geschichte wird‘; dass das ‚Alte‘ und ‚Überholte‘, egal wie uneinnehmbar es erscheinen mag, dank des Kampfes der Völker besiegt wird, wenn sie sich entscheiden, an die Spitze der Geschichte zu treten.“ Daraus sind im Sinne der marxistisch-leninistischen Geschichtsauffassung und Weltanschauung auch Schlüsse für die Klassenkämpfe der Gegenwart zu ziehen: „Wenn die bürgerliche Befreiungsrevolution von 1821 den griechischen bürgerlichen Staat hervorbrachte, wird die sozialistische Revolution im 21. Jahrhundert den neuen Arbeiterstaat hervorbringen, der – diesmal endgültig und unwiderruflich – aufhören wird, die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen aufrechtzuerhalten; er wird den heutigen Bedürfnissen des Volkes, den Bestrebungen der Arbeiter und unserer Jugend entsprechen“, schließt Koutsoumbas.

Quelle: KKE

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