HomeFeuilletonKulturFPÖ wirft mit Dreck gegen Elfriede Jelinek

FPÖ wirft mit Dreck gegen Elfriede Jelinek

Wien. Die Tatsache, dass ihre Heimatstadt Wien der Nobelpreisträgerin und weltbekannten Schriftstellerin Elfriede Jelinek die Ehrenbürgerschaft verleihen will, versetzt den FPÖ-Landtagsabgeordneten Stefan Berger in Rage. Dass er dabei einige Geschichtslügen verbreitet, ist ja durchaus nicht überraschend für einen Vertreter des „dritten Lagers“, das im Nachkriegsösterreich das Sammelbecken für alte Nazis war.

Ihn stört zu vorderst die ehemalige KPÖ-Mitgliedschaft Elfriede Jelineks und dabei versteigt er sich zur Aussage, die KPÖ wäre eine Tochtervereinigung der KPdSU gewesen. Obwohl das wenig Sinn haben wird, sollte dem Herrn Berger jemand erklären, dass die KPÖ zu den Gründungsparteien der Zweiten Republik zählt und von allen politischen Lagern den höchsten Blutzoll im Kampf für ein freies und unabhängiges Österreich zu zahlen hatte. Die sonstigen Ergüsse des Herrn „Kultursprechers“ wollen wir den werten Leserinnen und Lesern lieber ersparen. 

Ganz besonders dürfte ihn aber stören, dass Jelinek sich immer klar und offen gegen die ausländerfeindliche, hetzerische und skrupellose FPÖ positioniert hat. Also sehen wir das Ganze als die geistigen Krümmungen eines hilflosen Hetzers vor einer großen zeitgenössischen Dichterin. Dass der Herr wahrscheinlich noch keine Zeile des mittlerweile weit über Österreich hinaus anerkannten Schaffens von Elfriede Jelinek gelesen hat, darf angenommen werden.

Die Redaktion der ZdA jedenfalls gratuliert Elfriede Jelinek zur Verleihung der Ehrenbürgerschaft der Stadt Wien.

Quelle: OTS

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