Sonntagsgedicht

Am Stadtfluss entlang durch den wolkenfreien Sonntag.
Sich an unbekannten Gesichtern erfreuen,
sich in ihnen und diese selbst
erkennen,
sehen,
dass ihre Träger gerade
ebenso Eins sind
mit Allem.
Sie leben, lachen und lieben,
sie führen ein Gespräch über Bäume.

Momentan ganz beseelt sein
von der Schönheit der Welt und des Lebens.
Ganz in diesen Moment aufgehen,
der doch verweilen soll.
Kein Gestern, kein Morgen, nur das stille Jetzt.
Bewegungslos die Ketten nicht spüren.

Daraus lernen,
dass wir so viel mehr zu verlieren haben
als unsere Ketten.

Befreien wir uns von ihnen,
dann gewinnen wir
die Welt.

Allein,
deren Schönheit vergessen hieße
den Kampf um sie aufgeben.

Katharina Wegscheider, 2013

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