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Alpiner Skiweltcup startet in Olympiasaison

Mit den Gletscherrennen in Sölden erfolgte der Start in den Weltcupwinter der alpinen Skiläufer und ‑läuferinnen. Bei den Frauen gibt es wenig Neues, bei den Männern einen überraschenden zweiten Platz für den ÖSV.

Imst. Mit dem traditionellen Riesentorlaufdoppel für Frauen und Männer wurde am Wochenende in Sölden die Saison 2021/22 des Alpinen Ski-Weltcups eröffnet. In über 2.600 Metern Seehöhe diente der Rettenbachferner als Piste für den Auftakt, der unterschiedliche Ergebnisse erbrachte.

Die üblichen Verdächtigen am Frauenpodest

Bei den Frauen gab es am vergangenen Samstag ein gewohntes Bild: Mikaela Shiffrin (USA) feierte beim Riesenslalom im Ötztal bereits ihren 70. Weltcupsieg, dahinter folgte die amtierende RTL-Weltmeisterin Lara Gut-Behrami aus der Schweiz, auf Platz drei schaffte es die vorjährige WC-Gesamtsiegerin Petra Vlhová aus der Slowakei. Gleich neben dem Podest, nämlich auf Platz 4, landete mit Katharina Liensberger die beste Österreicherin. Das Ergebnis spiegelt insgesamt somit das fortgeschriebene Kräfteverhältnis der Saison 2020/21 wider, lediglich die Italienerinnen kamen in Sölden noch nicht so richtig in Fahrt: RTL-WC-Titelverteidigerin Marta Bassino schied im ersten, Federica Brignone im zweiten Durchgang aus. Die Resultate der ÖSV-Läuferinnen sind unterschiedlich zu bewerten: Während Liensberger sich in der Weltspitze behauptete, ist der 10. Platz von Ramona Siebenhofer recht anständig, der 15. für Ricarda Haaser nicht schlecht, aber optimierbar. Für Stephanie Brunner, zuletzt Österreichs verlässlichste Riesentorläuferin, bedeutete Rang 17 eine Enttäuschung, zumal sie nach dem ersten Lauf noch auf dem dritten Platz lag. Selbiges gilt auf Schweizer Seite für Michelle Gisin, die nur 25. wurde, während Wendy Holdener verletzungsbedingt fehlte. Am Ende des Feldes nach dem ersten Lauf landete übrigens die Chinesin Yueming Ni, womit sie aber für die Volksrepublik immerhin ihres und deren Weltcupdebüt feierte.

ÖSV-Läufer Leitinger knapp an Sensationssieg vorbei

Bei den Männern begann die Saison am Sonntag beinahe mit einer faustdicken Überraschung: Der bereits 30-jährige Roland Leitinger verpasste seinen ersten Weltcupsieg um lediglich sieben Hundertstelsekunden. Zuvor waren seine besten RTL-Ergebnisse sechste Plätze gewesen, hinzu kommt ein dritter Platz beim Parallel-RTL von Alta Badia 2019. Leitingers größter Erfolg ist jedoch die Silbermedaille bei der WM 2017 in St. Moritz, als er sich im Riesenslalom unmittelbar hinter Marcel Hirscher platzieren konnte. – In Sölden lag Leitinger nun nach dem ersten Lauf in Front, im zweiten fiel er auf den zweiten Platz zurück, was für ihn aber immer noch ein tolles Ergebnis ist. Den Sieg holte sich Marco Odermatt aus der Schweiz, Dritter wurde der Slowene Žan Kranjec. Nicht ganz zufrieden werden die Franzosen sein: Alexis Pinturault, Titelverteidiger im Gesamt- und RTL-Weltcup, wurde „nur“ Fünfter, RTL-Weltmeister Mathieu Faivre lediglich Elfter. Auch der norwegische Topstar Henrik Kristoffersen hat mit Rang 14 noch Luft nach oben. Das gilt ebenso für die weiteren Österreicher: Die beiden Slalom-Spezialisten Marco Schwarz und Manuel Fellner beendeten das Rennen auf den Plätzen 13 und 15, Stefan Brennsteiner und Matthias Mayer schieden nach guter Ausgangsposition im zweiten Durchgang aus. Insofern gilt sowohl für die Männer wie die Frauen des ÖSV, dass der Riesentorlauf wohl vorerst die relativ „schwächste“ Disziplin bleibt, denn die guten Einzelergebnisse von Liensberger und Leitinger machen das ausbaufähige Teamresultat nicht wett.

Saisonausblick und Olympische Spiele in China

In der Favoritenrolle in Bezug auf den Gesamtweltcup bleiben einerseits Shiffrin, Vlhová und Gut-Behrami, andererseits Pinturault und natürlich Odermatt. Dass aus österreichischer Sicht auch Liensberger bzw. Schwarz und vielleicht sogar Mayer oder Vincent Kriechmayr eine Rolle spielen könnten, ist zumindest denkbar. Belastbare Aufschlüsse für die Weltcupsaison 2021/22 liefert Sölden, wie jedes Jahr, nur bedingt – nach dem Auftakt folgt eine längere Pause, da es abseits der Gletscher gegenwärtig ja noch an Schnee mangelt. Heuer gibt es zwar davor noch ein Parallel-Event in Lech, so richtig startet die Saison aber erst in rund einem Monat mit den Rennen in Finnland und danach in Nordamerika, wo auch die Speed-Disziplinen einsteigen. Die WC-Höhepunkte bei den Männern folgen im Jänner 2022 mit den Klassikern in Adelboden, Wengen, Kitzbühel und Schladming. Die Frauen gastieren zwischen Weihnachten und Silvester in Lienz, im Jänner in Altenmarkt-Zauchensee. Insgesamt sind für beide Geschlechter jeweils 37 WC-Starts geplant sowie ein Mixed-Bewerb. Das Weltcupfinale findet im März 2022 in Frankreich, nämlich in Courchevel und Méribel statt.

Ehe es so weit ist, stehen im Februar 2022 für die alpinen Skiteams jedoch noch wichtigere Rennen auf dem Programm, denn heuer ist Olympiawinter: Die XXIV. Olympischen Winterspiele werden in und um Peking über die Bühne bzw. die Pisten gehen. Insofern werden einige Athletinnen und Athleten den Gesamt- und Disziplinenwertungen des Weltcups in dieser Saison geringere Aufmerksamkeit schenken, sondern Hauptaugenmerk und Formaufbau in Richtung Peking 2022 konzentrieren. Der Österreichische Skiverband hat bezogen auf Pyeongchang 2018 in den alpinen Skibewerben die Position als Topnation und sieben Medaillen (3xG, 2xS, 2xB) zu „verteidigen“.

Quelle: ORF / ORF

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