HomeFeuilletonSportMichaela Polleres gewinnt Olympia-Silber im Judo

Michaela Polleres gewinnt Olympia-Silber im Judo

Der Medaillensatz des ÖOC ist vollständig: Nach Gold für Anna Kiesenhofer und Bronze für Shamil Borchashvili holt die niederösterreichische Judoka Michaela Polleres im Mittelgewicht Silber.

Tokio. Am Mittwoch gab es für Österreich die dritte Medaille bei den Olympischen Spielen in Japan – und zwar abermals in einer japanischen Sportart: Nachdem mit Shamil Borchashvili am Vortag bereits ein Judoka für Bronze gesorgt hatte, legte ÖJV-Kollegin Michaela Polleres nach und gewann beim Judo-Turnier der Frauen in der Klasse bis 70 Kilogramm die Silbermedaille. Auf dem Weg zum Pool-Sieg – quasi die „Gruppenphase – reüssierte die 24-jährige Niederösterreicherin zunächst gegen die Irin Megan Fletcher, die Südkoreanerin Kim Seongyeon sowie die amtierende Weltmeisterin Barbara Matić aus Kroatien, jeweils mit Waza-Ari. Im Semifinale bezwang Polleres die Niederländerin Sanne van Dijke mit derselben Wertung und zog in den Finalkampf um die Goldmedaille ein. Dort endete der Erfolgslauf zwar gegen die erfahrenere Japanerin Chizuru Arai, doch mit dem zweiten Platz kann Michaela Pollers überaus zufrieden sein: Sie hat nicht Gold verloren, sondern Silber gewonnen.

Dass die Judoka aus Neunkirchen mit Edelmetall die Heimreise antreten kann, ist in ihrem Fall zwar keineswegs selbstverständlich, aber keine ganz so große Überraschung wie bei Borchashvili. Bei der heurigen Weltmeisterschaft vor eineinhalb Monaten in Budapest hatte Polleres bereits die Bronzemedaille gewonnen, ebenso bei der Europameisterschaft 2018 in Tel Aviv. Im selben Jahr hatte sie sich auch zur U23-Europameisterin gekrönt. Insofern war ihr der nunmehrige Erfolg von Tokio gewiss zuzutrauen gewesen, doch muss die Leistung bei derart erheblicher Konkurrenz erst einmal auf die Matte gebracht werden.

Das von ÖOC-Präsident Karl Stoss ausgegebene Ziel von insgesamt drei österreichischen Medaillen bei den Olympischen Sommerspielen 2020/21 ist damit bereits jetzt erfüllt – und es erscheint durchaus möglich, dass noch weitere hinzukommen. Zwar wird man bei weitem nicht an das historisch beste Gesamtergebnis herankommen, das es 1936 in Berlin mit 13 Medaillen gab (4xG, 6xS, 3xB), doch die Scharten der jüngeren Vergangenheit dürfen als ausgewetzt gelten: 2016 in Rio reichte es zu bloß einer Bronzemedaille, 2012 in London setzte es überhaupt eine Nullnummer.

Quelle: ORF

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