HomeFeuilletonSportÖsterreichische Erfolge bei Alpiner Ski- und Biathlon-WM

Österreichische Erfolge bei Alpiner Ski- und Biathlon-WM

Die Weltmeisterschaften im Alpin-Skifahren und im Biathlon gingen mit insgesamt elf Medaillen für den ÖSV zu Ende, davon sechs goldene. In diesen Bewerben scheint man für die Olympischen Winterspiele im nächsten Jahr gerüstet zu sein.

Cortina d’Ampezzo/Bled. Bei der am 21. Februar beendeten Weltmeisterschaft im Alpinen Ski-Fahren konnte der Österreichische Ski-Verband (ÖSV) sich als Nummer 1 behaupten: In 13 Bewerben konnten fünf Goldmedaillen, eine silberne und zwei Bronzemedaillen erreicht werden. Damit ließ man die Schweiz (3xG, 1xS, 5xB) und den Rest der Welt hinter sich. Nach der bisherigen Saison im Weltcup, die – gemessen an den hohen österreichischen Ansprüchen – insgesamt nicht ganz nach Wunsch verlaufen war, ist dies ein positiver Höhepunkt. Möchte man dennoch ein Haar in der Suppe finden, so ist dies die mangelnde Breite, denn sieben der acht Medaillen hängen um lediglich drei Hälse: Katharina Liensberger (2xG, 1xB), Vincent Kriechmayr (2xG mit dem Speed-Double) sowie Marco Schwarz (1xG, 1xB) waren die „Alleinunterhalter“, hinzu kam lediglich das abschließende und überraschende Slalom-Silber für Adrian Pertl. Trotzdem: Immerhin bekam der ÖSV just zur WM im italienischen Cortina d’Ampezzo sogar die „Problemdisziplin“ RTL in den Griff, während der WM-Teambewerb weiterhin ein rotes Tuch bleibt. Für die restliche WC-Saison 2020/21 ist für Österreich wohl noch die eine oder andere kleine Kristallkugel drinnen, während im Nationencup die Schweiz kaum noch einzuholen sein wird. Im Gesamtweltcup spielt das ÖSV-Personal heuer keine Rolle, doch bei Schwarz und Liensberger ist zumindest absehbar, dass sich das 2021/22 ändern dürfte.

Ebenfalls am Sonntag ging die Biathlon-Weltmeisterschaft auf der slowenischen Pokljuka zu Ende – und dies mit einer historischen Goldmedaille für Lisa Hauser im Massenstart der Frauen. Die Kitzbühlerin war auch für die beiden anderen ÖSV-Medaillen hauptverantwortlich: In der Verfolgung holte sie Silber, in der Mixed-Team-Staffel (mit Dunja Zdouc, David Komatz und Simon Eder) führte sie Österreich als Schlussläuferin ebenfalls auf den zweiten Platz. Hauser hat sich damit nach ihrem Durchbruch im vergangenen Jänner endgültig als absolute Top-Athletin etabliert. Da beim Biathlon auch die WM-Ergebnisse zum Weltcup zählen, konnte sie „nebenbei“ auch die WC-Gesamtwertung in der 15-km-Einzel-Disziplin ex aequo mit der Südtirolerin Dorothea Wierer gewinnen. Unterm Strich war die WM 2021 die erfolgreichste in der österreichische Biathlon-Geschichte, drei Medaillen reichten für Rang vier im Medaillenspiegel: Hier behauptete sich Norwegen unangefochten als Top-Nation (7xG, 3xS, 4xB), dahinter folgten Frankreich und Schweden. Damit ließ der ÖSV u.a. die diesmal schwer geschlagenen Deutschen (2xS) sowie Russland (1xB) hinter sich – kann sich sehen lassen.

Den diesjährigen Abschluss im „großen“ wintersportlichen WM-Reigen unternimmt in den kommenden beiden Wochen die Nordische Ski-Weltmeisterschaft im bayerischen Oberstdorf. Hier ruhen die größten österreichischen Hoffnungen – wie üblich – auf dem Skispringen, wobei sich diesbezüglich der Fokus deutlich von den Männern um Stefan Kraft zu den Frauen um Marita Kramer verschoben hat. In der Nordischen Kombination sollte es zumindest zu Medaillen in den Staffel- bzw. Teambewerben reichen. Im Langlauf hat hingegen gegenwärtig nur Teresa Stadlober das Potenzial, in die Nähe des WM-Podests zu laufen, wenngleich der bisherige Saisonverlauf nicht optimal war. Insgesamt wird natürlich wieder Norwegen die Masse der nordischen WM-Medaillen abräumen, das (recht schwierige) Kampfziel wäre daher Platz zwei im Medaillenspiegel.

Ein Jahr vor den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking wird sich dann ein Resümee ziehen lassen, wo man steht: Neben den unterschiedlichen Skisportarten hat Österreich auch im Eiskanal (Rodeln, Skeleton, Bob) in der Saison 2020/21 aufgezeigt, hinzu kommt v.a. noch Snowboard, während die österreichischen Athletinnen und Athleten auf den flachen Eisflächen und ‑bahnen (abgesehen von Vanessa Herzog) weiterhin Aufholbedarf haben.

Quelle: ORF / ORF

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