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Er starb für die Freiheit Swasilands

Der südafrikanische Revolutionär Amos Mbedzi starb am 7. Juni nach einer langen, ungerechten Haft. Um ihn trauern die Genossinnen und Genossen der Kommunistischen Partei Südafrikas und der Kommunistischen Partei Swasilands.

Mbabane. Swasiland, durch die Namensänderung Königreich Eswatini, wird weiterhin von einem diktatorial-feudalen System geknebelt. Wichtigster Exponent und zugleich wichtigstes lebendes Exponat dieses altertümlichen und rückwärtsgerichteten Herrschaftsapparats ist König Mswati III, dessen Herrschafts- und Geltungsansprüche wahrlich unermesslich sind. Seine Abenteuer reichen weit: Durch die halbfeudalen, halbkapitalistischen Ausbeutungsverhältnisse im Land, stürzte er die Bevölkerung in bittere Armut und Krisen, seine Soldateska raubt, foltert und brandschatzt über das ganze Land hinweg und hält sich und ihrem Herrscher ein Terrorregime aufrecht. Dabei werden Zivilisten und wahlweise Studierende willkürlich ins offene Feuer geworfen, auf Protestierende wird geschossen, Jugendliche werden verschleppt, Aktivistinnen und Aktivisten inhaftiert und verschwinden von der Bildfläche. Die genannten Beispiele stammen allein aus einem Jahr Regentschaft. Die Herrschaft Mswatis III. reicht zurück bis ins Jahr 1986.

Die Kommunistische Partei Südafrikas und die Kommunistische Partei Swasilands schworen gemeinsam, den Kampf für die Befreiung Swasilands in Angriff zu nehmen. Amos Mbedzi zahlte den höchsten Preis für die Befreiung Swasilands. 

Amos Mbedzi

Amos Mbulaheni Mbedzi war ein südafrikanischer Kommunist und Revolutionär, der aktiv gegen das südafrikanische Apartheidsregime gekämpft hat. Er schloss sich 1988 dem militärischen Arm des African National Congress (ANC), Umkhonto we Sizwe, an, als er noch an der Universität von Venda studierte. Im Jahr 1989 verließ er Südafrika, um eine militärische Ausbildung in Uganda zu absolvieren. Er kehrte 1993 zurück und wurde in die südafrikanischen Verteidigungskräfte eingegliedert, trat jedoch 1996 aus, um sich auf seine Arbeit in der Kommunistischen Partei Südafrikas zu konzentrieren.

Amos Mbedzi in Südafrika vor seiner Reise nach Swasiland
Amos Mbedzi in Südafrika

Nach dem Ende der Apartheid und den demokratischen Wahlen von 1994, zog Mbedzi nach Swasiland weiter, um für die Befreiung seines Volkes vom letzten absoluten Monarchen des Kontinents, König Mswati III., zu kämpfen.

Zu 85 Jahren Haft verurteilt

Die Kommunistische Partei Swasilands erinnert in einer Erklärung an die absurde Anklage, die Mbedzi ins Gefängnis brachte:

„Genosse Amos Mbedzi hat sein Leben in den Dienst des Volkes von Swasiland gestellt. Er wurde im September 2008 verhaftet und unter dem drakonischen Terrorismusgesetz von Swasiland angeklagt. Als es dem Regime nicht gelang, seinen Terrorismus zu beweisen, änderte es lächerlicherweise die Anklage in Mord an seinen beiden Genossen, Musa „MJ“ Dlamini und Jack Govender, die im September 2008 bei einer Bombenexplosion tragisch ums Leben kamen. Genosse Amos überlebte die Explosion, wurde dabei aber schwer verletzt.“

Nach seiner Anklage für zwei Morde, die er nicht begangen hatte, wurde er zu sage und schreibe 85 Jahren Haft verurteilt.

Amos Mbedzi starb am 7. Juni in der Stadt Polokwane, der Hauptstadt der südafrikanischen Provinz Limpopo. Er hatte einen Teil seiner Haftstrafe zwar in Swasiland verbüßt, wurde aber nach Südafrika verlegt, nachdem offensichtlich geworden war, dass er nicht mehr lange leben würde. Im Gefängnis wurde ihm jegliche medizinische Versorgung verweigert. Der 58-Jährige hatte das letzte Jahr seines Lebens gelähmt und an einen Rollstuhl gefesselt verbracht. Neben den Verletzungen aus der Explosion, überlebte er auch ohne adäquate medizinische Hilfeleistung zwei Schlaganfälle während seiner Haftzeit. Er war von der Solidarität seiner Mitgefangenen in einem Hochsicherheitsgefängnis in Swasiland abhängig.

„Seine Abschiebung zu Beginn dieses Jahres erfolgte, weil sein Leben sich offensichtlich dem Ende zuneigte und es bequem war, ihn zum Sterben in ein südafrikanisches Gefängnis zu schicken. Das Regime hat ihm einen langsamen, unmenschlichen und schmerzhaften Tod beschert, indem es ihn auf grausamste Weise gequält und das Leben aus ihm herausgesaugt hat, und ihn dann in ein südafrikanisches Gefängnis geschickt, um sein Image von der ungerechten Inhaftierung, die zu seinem frühen Tod geführt hat, zu säubern“, fasst diesbezüglich das Swaziland Multistakeholder Forum zusammen.

SACP: Mswati III. für den Tod des Revolutionärs verantwortlich

„Im Gedenken an den Genossen Amos Mbedzi wird die SACP weiterhin den Kampf des Volkes von Swasiland unterstützen“, erklärte die Kommunistische Partei Südafrikas in einer Presseerklärung. Solly Mapaila, erster stellvertretender Generalsekretär der Kommunistischen Partei Südafrikas, kritisierte im Zuge von Mbedzis Beisetzung bei einem Interview scharf die unmenschlichen Zustände, die zu Mbedzis Tod geführt haben. Mapaila zufolge sei das Regime Mswatis III. in jeder Hinsicht für den Tod des Revolutionärs verantwortlich zu machen. 

Mbedzi wurde am 12. Juni in seinem Heimatdorf Makonde außerhalb von Thohoyandou in Limpopo beigesetzt. Um ihn trauern die Genossinnen und Genossen der Kommunistischen Partei Südafrikas und der Kommunistischen Partei Swasilands.

Quellen: peoplesdispatch / resistenze​.org / SabcNews

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