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KKE: Umgang mit Faschismus und erneuter Angriff

Die Lage in Nordgriechenland spitzt sich zu, nachdem faschistische Banden und Schlägertrupps immer offener und ungestörter agieren. Theano Kapeti, Sekretärin der Parteiorganisation in Zentralmakedonien klärt in einem Artikel über den richtigen Umgang mit Faschismus auf. Am Sonntag folgte der nächste Streich – es erreichten uns Meldungen eines weiteren hinterhältigen und blutigen Angriffs.

Thessaloniki. Die bewaffneten Angriffe von faschistischen Schlägertrupps auf eine antifaschistische Schülerkundgebung in Stavrouplis, Thessaloniki, haben eine Welle der Empörung ausgelöst. Die ZdA berichtete über das fehlende und kontraproduktive Eingreifen der anwesenden Polizeikräfte und zitierte die Kommunistische Partei Griechenlands (KKE), die die Verantwortung für das ungestörte Einnisten von faschistischen und rechtsradikalen Kreisen in Schulen bei der Schulverwaltung und nicht zuletzt im Versagen der Regierung selbst lokalisiert:

„Die Haltung der Polizei ist inakzeptabel. Zum Zeitpunkt des faschistischen Angriffs vertrieben die Polizeikräfte die Eltern, die Schüler und die Studenten durch den Einsatz von Chemikalien und Tränengas und unterstützten damit die faschistischen Angriffe. Die Verantwortung der Schulleitung und der Verwaltung der weiterführenden Schulen ist groß, denn unter ihrer Duldung wurde die Schule zu einer Hochburg der Faschisten“

Schulverwaltung, Regierung, EU

In einem Artikel in der griechischen Zeitung Ta nea äußerte sich Theano Kapeti, Mitglied des Politbüros des Zentralkomitees und Sekretärin der Parteiorganisation Zentralmakedonien der KKE, zu den brutalen Vorkommnissen der letzten Woche. Eine grundsätzliche Frage sticht aus dem Artikel hervor:

„Die unhistorische und gefährliche Totalitarismus-Theorie, die eine offizielle Theorie der EU ist und von Teilen der ND [Nea Dimokratia] und von Regierungsbeamten verwendet wird, bricht angesichts der Ereignisse erneut zusammen. Ist das Messer des Faschisten wirklich vergleichbar mit dem Verteilen von Flugblättern, mit dem freien Verkehr von Ideen innerhalb und außerhalb von Bildungseinrichtungen?“

Damit spricht Kapeti das Problem offen aus, dass Politikerinnen und Politiker aus Schamlosigkeit und Selbstgefälligkeit die Frage nach den Ursachen des Faschismus im besten Fall kleinreden, im schlimmsten Fall den Arbeiterinnen und Arbeitern in die Schuhe schieben, um davon abzulenken, dass es der Kapitalismus ist, der eine ideologische und praktische Basis für das Aufkommen dieser Tendenzen und Verbrechen bietet:

„Die Reflexe des Volkes gegen das Ungeheuer des Faschismus stehen in krassem Gegensatz zu den inakzeptablen Erklärungen und Verlautbarungen von Regierungsvertretern, die versuchten, die kriminellen Nazibanden mit Studenten, Lehrern und Arbeitern gleichzusetzen, die ihre mörderischen Angriffe verurteilten. Ein großer Teil der Bevölkerung ist empört über die Toleranz der Schulverwaltung, die dazu geführt hat, dass die Schule in eine Basis für kriminelle Angriffe verwandelt wurde, sowie über die tragische Nachlässigkeit und Deckung durch die Polizeikräfte gegenüber außerschulischen Elementen, die darauf abzielen, Schüler zu terrorisieren, rassistisches Gift zu streuen und den Kampf für Bildung und zeitgemäße Rechte zu verleumden“.

Verbot oder aktiver Kampf auf mehreren Ebenen?

Im Zentrum steht die Frage nach dem richtigen Weg der Zerschlagung des Faschismus, bevor er als Terrorapparat der Bourgeoisie gegen die arbeitende Bevölkerung eingesetzt werden kann. Während sich das griechische Linksspektrum bereits vergnügt die Hände rieb, als das Verbot der faschistischen Partei Goldene Morgenröte ausgesprochen wurde, machte die KKE darauf aufmerksam, dass allein ein Verbot nicht ausreichen würde, um Faschismus und faschistoide Bewegungen im Keim zu ersticken. Anders ausgedrückt – „der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch“ (B. Brecht). Die KKE und die Kommunistische Jugend Griechenlands (KNE), die all ihre Kräfte im Kampf gegen den Faschismus einsetzen, wissen, „dass der Faschismus unwiderruflich vom Volk mit seinem Kampf gegen das kapitalistische System, das ihn hervorbringt, zerschlagen wird“. Dieser Kampf kann nicht in den bürgerlichen Gerichtssälen entschieden werden:

„Die beispiellosen Ereignisse in der Berufsschule von Stavroupolis, die sich in eine Basis faschistischer krimineller Banden verwandelt hat, und ihre mörderischen Angriffe auf Schüler, Lehrer, Studenten und Arbeiter unterstreichen die Tatsache, dass der Kampf gegen die Nazi-Ideologie und ‑Praxis nicht mit der offensichtlichen Verurteilung der Goldenen Morgenröte in den Gerichtssälen endet“, so Kapeti.

Nach dem Verbot der Goldenen Morgenröte entstanden mehrere Gruppierungen und Formationen in Griechenland, die einen Wiederaufbauprozess ihrer Kräfte in organisatorischer Form forcierten, Kräfte, „die gegen die organisierte Volksbewegung, gegen die KKE und die KNE, gegen jeden und jede, die Widerstand leisten und in eine radikale und militante Richtung gehen, eingesetzt werden. Sie spielen ihre Rolle dabei, die Menschen von der wahren Ursache der Probleme abzulenken, die das kapitalistische System selbst ist, wie es sich im Fall der Pandemie zeigt, indem sie irrationale und obskurantistische Wahrnehmungen verbreiten, oder im Fall der Flüchtlingsströme, die das Ergebnis von Armut und Ausbeutung durch imperialistische Kriege sind“

Im Kampf gegen den Faschismus sei jede Art von Selbstgefälligkeit deplatziert, es gehe vielmehr darum, mithilfe klassenkämpferischer Organisation dem Feind keinen Fußbreit zu überlassen und sie überall zu isolieren:

„Die Isolierung jeder Nazigruppe wird an den Arbeitsplätzen, in den Stadtvierteln, an den Orten der Jugend erreicht, damit diese unmenschliche Ideologie keinen Raum findet.“

Erneuter Angriff am Sonntag

Am Sonntag, 3. Oktober, wurde nun eine Massenkundgebung im Stadtteil Iliopoli (Thessaloniki) von KKE und KNE erneut Opfer eines hinterhältigen, unverfrorenen und wiederum bewaffneten Angriffs.

902​.gr berichtet darüber, dass etwa 15 mit Ketten, Tasern und Helmen ausgestattete Faschisten die Kundgebung zu stürmen versucht haben. Dieses Mal traf es physisch auch Mitglieder der Partei- und Jugendorganisation selbst: Vier Mitglieder der KKE und der KNE wurden dabei verletzt.

Die Parteiorganisation von Zentralmakedonien veröffentlichte so schnell als möglich Fotomaterial des Angriffs, um die Verbrecher zu identifizieren, den Angriff zu dokumentieren und der Polizei keine Möglichkeit zu lassen, ihre Arbeit weiterhin zu vernachlässigen. Sie forderte von der Regierung, Verantwortung zu übernehmen und rief die Bevölkerung auf, die Verbrecher überall zu isolieren.

„Die faschistischen Gruppen haben ungestört operiert. Die Parteiorganisation von Zentralmakedonien der KKE verurteilt den mörderischen Angriff mit Ketten und anderen Waffen auf Mitglieder der KKE und der KNE auf dem Eleftherias-Platz in Ilioupoli, während sie eine politische Massenkundgebung mit dem Aufruf des Zentralkomitees an die Werktätigen und die Jugend, sich zu organisieren und der KKE beizutreten, abhielten.

Die dreisten Nazi-Verbrecher griffen vor Hunderten von Arbeitern, Jugendlichen und Kindern an und bewiesen damit, dass sie eine kriminelle Nazi-Bande sind. Sie verwundeten vier Mitglieder der KKE und der KNE. Angesichts der massiven Reaktion der Anwohner ergriffen sie die Flucht. Wenn sie glauben, dass sie das Volk, die arbeitenden Menschen und die Jugend einschüchtern können, irren sie sich gewaltig. Ihr Vorgehen muss auf allgemeinen Widerstand stoßen, um den Faschismus zu isolieren.“

Quelle: Zeitung der Arbeit/In Defense of Communism/902​.gr/902​.gr

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