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Slowakische KP zum Besuch von Papst Franziskus

Während bei seinem Besuch in der Slowakei kein Treffen mit Spitzenrepräsentanten des Staates stattfand, besuchte der Papst das Romaghetto Lunik IX in Košice. 

Bratislava. Die Kommunistische Partei der Slowakei (Komunistická strana Slovenska – KSS) weist anlässlich des Papstbesuches in der Slowakei auf die große Diskrepanz zwischen der Politik der Herrschenden und den Meinungen des Oberhaupts der katholischen Kirche hin. Während der Papst nach Ansicht der slowakischen Kommunisten immer wieder sehr treffende Aussagen über den unsozialen Charakter des Kapitalismus tätigt, sei die Politik der slowakischen Regierung dazu angetan, die sozialen Klüfte zu vergrössern. Der Papst befand sich anlässlich einer Eucharistie-Großveranstaltung in der Slowakei. Bei seinem vorherigen Kurzbesuch in Ungarn hatte der dem Drängen des selbsternannten „Retters des christlichen Europa“, Patrons der Korruption und Nationalchauvinisten Viktor Orban nachgegeben und diesen getroffen. Zum Inhalt des Treffens verlor der Vatikan nachher kein Wort.

Die KSS zitiert in ihrer Stellungnahme einige Stellen aus dem Buch von Papst Franziskus, „Diese Wirtschaft tötet“, unter anderem diese: 

„Während die Einkünfte einiger weniger exponentiell steigen, entfernt sich die Mehrheit immer weiter vom Wohlstand dieser glücklichen Minderheit. Derartige Ungleichgewichte haben ihren Ursprung in Ideologien, die die absolute Autonomie der Märkte und der Finanzspekulation verteidigen. Damit entziehen sie den Staaten, die über den Schutz des Gemeinwohls wachen sollten, das Recht auf Kontrolle. Totale Marktfreiheit wird gefordert, den Staaten wird jede Möglichkeit verweigert, sich um das Gemeinwohl zu kümmern und die ‚ausgeschlossenen Menschen‘ gegen ‚eine Wirtschaft, die tötet, zu verteidigen.“ (Das Zitat wurde vom Slowakischen ins Deutsche übertragen und kann sich daher geringfügig von der deutschen Übersetzung des Buches von Papst Franziskus unterscheiden. 

Auf dem Programm des Papstes stand auch ein Besuch des Roma-Ghettos Luník IX in Košice. Dabei handelt es sich um eine noch in der Ära des Sozialismus errichtete Plattenbausiedlung, die vollkommen heruntergekommen ist, und in der ausschließlich Roma wohnen. Die Freude der Bewohnerinnen und Bewohner war groß, und Franziskus nutzte die Gelegenheit, um scharfe Kritik an der Ausgrenzung der Roma zu üben.

Quelle: KSS

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