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US-Dominanz erfährt Gegenwind

„Organisation amerikanischer Staaten“: Durch den Ausschluss mehrerer Nationen hagelt es für Washington noch mehr Absagen zum heurigen sogenannten „Amerikagipfel“.

Entgegen der eigenen Satzung soll der heurige Amerikagipfel kein Zusammentreffen aller selbständigen Länder des Doppelkontinents werden, sondern ausschließlich für marktwirtschaftlich orientierte Staaten offenstehen. Schließlich ist die von der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) organisierte Veranstaltung durchaus auch ein Instrument der Deregulierung im Interesse der großen Konzerne.

So wurden im Vorfeld bereits Kuba, Nicaragua sowie Venezuela ausgeschlossen. Angesichts der bisherigen Gipfel-Historie ist offenkundig, dass solche Ausschlüsse nichts mit den demokratischen Strukturen, sondern vor allem mit der politischen Ausrichtung des jeweiligen Landes zu tun haben.

Im Falle Nicaraguas war ohnehin keine Teilnahme geplant, da das Land seine Zusammenarbeit mit der OAS beendet hat, da diese lediglich der „Instrumentalisierung der Organisation zur Durchsetzung von US-Interessen in Lateinamerika“ und der „ständigen Verletzung der Souveränität der Länder und der Würde der Völker“ diene. Kuba ist bereits seit 1962 ausgeschlossen, erhielt jedoch in der Vergangenheit teilweise Einladungen zu OAS-Gipfeln.

„Wenn nicht alle Länder anwesend sind, ist es nicht das Treffen der Amerikas“, erklärte Honduras fortschrittliche Präsidentin Xiomara Castro. Auch Mexikos Staatschef Andrés Manuel López Obrador kündigte an, unter diesen Voraussetzungen nicht am Gipfel teilnehmen zu wollen. Somit dürfte die Instrumentalisierung der OAS durch die USA zur Durchsetzung imperialistischer Agenden sich angesichts geänderter politischer Kräfteverhältnisse in Nord- und Südamerika zunehmend nach hinten losgehen. Immer weniger Staaten wollen sich von Washington vorschreiben lassen, welchen wirtschaftlichen Weg ihr Land zu gehen hat und welche anderen Nationen „tabu“ sind. Der Amerikagipfel soll bereits im Juni in Los Angeles stattfinden.

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