Start Klassenkampf 1,2 Millionen in Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit

1,2 Millionen in Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit

Ende Juni befanden sich inklusive Schulungsteilnehmern 463.505 Personen in Arbeitslosigkeit. 750.000 sind nach wie vor in Kurzarbeit. In Wien kommen elf Lehrstellensuchende auf eine offene Lehrstelle.

Wien/Österreich. Die Anzahl der arbeitslosen Personen ging seit Mitte April zurück, dennoch liegt die Zahl der beim AMS vorgemerkten Personen immer noch weit über dem Niveau des Vorjahres. Ende Juni waren beim AMS 414.766 Personen (um 150.246 oder um 56,8% mehr als noch im Juni 2019) arbeitslos gemeldet, 48.739 Personen waren in einer Schulung (-10.944 bzw. ‑18,3% gegenüber Ende Juni 2019). Inklusive der Personen in einer AMS-Schulung lag die Zahl der Jobsuchenden Ende Juni bei 463.505, das waren um 139.302 bzw. 43% mehr als im Juni 2019.

125.000 Beschäftigte weniger

Die COVID-19-Krise hat auch starke Auswirkungen auf die Beschäftigtenzahlen. Geschätzte 3.702.000 Personen, das sind rund 125.000 Personen oder 3,3% weniger als im Juni 2019, befanden sich Ende Juni 2020 in unselbständigen Beschäftigungsverhältnissen. Die Beschäftigungsrückgänge konnten durch die rasche Einführung der COVID-19 Kurzarbeit abgefedert werden. Mit Stand 30. Juni waren beim AMS noch knapp 57.000 Kurzarbeitsprojekte laufend, zum Monatsende wurden bereits über 20.000 Projekte beendet. Die Zahl der geplanten Teilnahmen an Kurzarbeit der zum Monatsende laufenden Projekte beträgt rund 750.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Offene Stellen Mangelware

Ende Juni 2020 standen beim AMS 63.194 sofort verfügbaren offenen Stellen (-21.279 oder ‑25,2%) zur Verfügung. Insgesamt konnten 2020 bereits 353.402 Personen aus AMS-Vormerkung heraus wieder Arbeit aufnehmen. Die Arbeitsaufnahmen aus AMS-Vormerkung reduzierten sich in der zweiten Märzhälfte jedoch deutlich und lagen auch im April unter den Werten des Vorjahres. Im Mai und Juni 2020 lagen die Arbeitsaufnahmen bereits wieder deutlich über den Vorjahresmonaten.

Wien: 11 Lehrstellensuchende auf 1 offene Lehrstelle

Am Lehrstellenmarkt zeigte sich Ende Juni österreichweit eine Lehrstellenlücke von 2.711 Lehrstellen (+2.689). Den 7.673 sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden (ohne Teilnehmerinnen und Teilnehmer der überbetrieblichen Lehrausbildung) standen 4.962 gemeldete, sofort verfügbare Lehrstellen gegenüber. Die gesamtösterreichische Lehrstellenlücke hat sich durch die Corona-Krise deutlich vergrößert. In fast allen Bundesländern standen Ende Juni 2020 weniger sofort verfügbare offene Lehrstellen zur Verfügung als noch Ende Juni 2019. Ausnahme ist das Burgenland mit +4 gemeldeten offenen Lehrstellen zum Monatsende. In Wien überstieg die Nachfrage mit rund 11 Lehrstellensuchenden, die einer sofort verfügbaren offenen Lehrstelle gegenüberstehen, das Angebot deutlich, während in Oberösterreich, Salzburg, Tirol und in der Steiermark mehr freie Lehrstellen verfügbar waren als Lehrstellensuchende gemeldet.

Quelle: AMS

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