HomeKlassenkampfAida droht 100 Kündigungen an - Umsatzersatz reiche nicht aus

Aida droht 100 Kündigungen an – Umsatzersatz reiche nicht aus

Die Konditoreikette Aida geht mit potenziellen Kündigungen an die Öffentlichkeit und will mehr als die 800.000 € schweren Förderungen, um dies zu verhindern.

Wien. Die Wiener Traditionskonditorei „Aida“ kündigte laut ORF Beichten 100 Kündigungen an. Obwohl das Unternehmen mit 33 Filialen in der österreichischen Hauptstadt im November bereits 800.000 Euro Umsatzersatz – und somit den Höchstbetrag – kassiert hat und die meisten Kolleginnen und Kollegen in Kurzarbeit sind, spricht die Unternehmensleitung davon, dass dies nicht ausreiche. Der Umsatz seit trotz To Go-Geschäft in einigen der Filialen um 95 Prozent eingebrochen, hält der Unternehmenssprecher fest. 

Da der Umsatzersatz zwar mit 50 Prozent für Dezember verlängert wurde, jedoch eine EU-Regelung festlegt, dass der Umsatzersatz 800.000 Euro nicht überschreiten darf, ist Aida im Dezember von weiteren Geldern ausgeschlossen. Gegenüber dem ORF sagt der Unternehmenssprecher: „Wir gehen derzeit von einem Drittel der Mitarbeiter aus, das sind circa 100. Und bis zur Hälfte der Filialen von über 30 werden wohl oder übel schließen müssen, sollte es hier nicht noch zu einer Lösung kommen.“ Man hoffe auf Hilfe durch die Regierung, dass hier doch noch etwas möglich gemacht würde, sonst müsse dieses Szenario eintreten, denn die Zeit spiele gegen das Unternehmen.

Es erscheint für Leserinne oder Leser solcher Schlagzeilen fast als Hohn, viele Kolleginnen und Kollegen müssen mit Einkommenseinbußen in einem weit höheren Maß klarkommen, wenn sie arbeitslos werden, in Kurzarbeit sind und auf Trinkgelder verzichten müssen. Wenn der Konzern die 800.000 Euro bereits ausgeschöpft hat, müssen die Umsätze aus dem letzten Kalenderjahr eigentlich einen Polster geschaffen haben, der kombiniert mit Kurzarbeitsmodellen und den staatlichen Zuschüssen einen Stellenerhalt möglich machen sollte. Auch in diesem Fall zeigt sich, dass die Arbeiterklasse für die Krise zahlt, wenn sich der Staat nicht erpressen lässt.

Quelle: ORF

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