HomeKlassenkampfArbeiter und Angestellte beklagen steigende Überlastung

Arbeiter und Angestellte beklagen steigende Überlastung

Im AK-Zufriedensheitsbarometer zeigt sich, dass eine wachsende Zahl an Beschäftigten mit ihrer Arbeitssituation unglücklich ist – ein Resultat der kapitalistischen Ausbeutung. 

Linz. Der von den Instituten SORA und IFES im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich erhobene aktuelle „Arbeitsklima-Index“ unterstreicht die miserable Stimmung unter den Arbeiterinnen, Arbeitern und Angestellten im Land. Die Befragung wird seit einem Vierteljahrhundert jährlich durchgeführt und erbrachte in diesem Zeitraum noch nie so negative Resultate wie heuer. Hierzu haben Pandemie und Krise gewiss besonders beigetragen, aber das kapitalistische Ausbeutungssystem beruht eben generell auf der Rücksichtslosigkeit gegenüber der Arbeiterklasse.

Der Optimismus der befragten unselbständig Beschäftigten gegenüber der betrieblichen und wirtschaftlichen Entwicklung ist allgemein stark gesunken. Aber auch die persönliche Situation der Arbeiterschaft schlägt sich in den Umfrageergebnissen nieder. Die Beschäftigten beklagen bezüglich der individuellen Situation vermehrt psychischen Stress, Überstunden, überlange Arbeitszeiten, unfaire Gehälter sowie mangelnde Unterstützung durch die Führungskräfte.

Die verstärkte Belastung führt sodann zu dem naheliegenden Wunsch nach kürzeren Arbeitszeiten – im Schnitt um 2,6 Stunden pro Woche. Arbeiterinnen halten 32 Stunden für eine zumutbare Wochenarbeitszeit, Arbeiter gehen von 37 Stunden aus. Insgesamt wollen 54 Prozent der Vollzeitarbeitskräfte weniger arbeiten, hierbei sind auch eine Viertagewoche sowie ein bis zwei Tage pro Woche im Homeoffice häufig geäußerte Bestrebungen. Umgekehrt würden 29 Prozent der Teilzeitbeschäftigten ihre Arbeitszeit gerne erhöhen, was v.a. mit dem Wunsch nach einem größeren Einkommen verbunden ist.

Unterm Strich ergibt sich, dass eine generelle Arbeitszeitverkürzung die Lasten gleichmäßiger auf mehr Arbeitende verteilen und zu mehr Erholungsphasen und Freizeit führen würde. Damit verbunden müsste freilich eine anständige Bezahlung sein, wovon man gegenwärtig nicht unbedingt sprechen kann. Während die Menschen für erträgliche Arbeit existenzsichernd entlohnt werden wollen, diktiert das Profitprimat des Kapitalismus, dass die Menschen maximal und zu möglichst niedrigen Löhnen ausgebeutet werden sollen – dies ist der Grundwiderspruch unseres Wirtschaftssystems, das einer reichen Minderheit nützt, aber die Masse der arbeitenden Menschen nur ausnutzt.

Quelle: Der Standard

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