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Caritas-Beschäftigte werden hingehalten

Wien. Die Mitarbeiter der im Besitz der katholischen Kirche befindlichen Caritas, die ebenso wie die evangelische Diakonie einen eigenen Kollektivvertrag haben, werden von der Geschäftsführung hingehalten. Die bereits fünfte Kollektivvertrags-Verhandlungsrunde endete am 29. April ohne Einigung.

Dabei ist der Betriebsrat in seinen Forderungen ohnehin bescheiden, und fordert einen Abschluss, der dem in der SWÖ (Sozialwirtschaft Österreich) ähnlich ist. Dieser wurde nach langen Verhandlungen und teilweisen Kampfmaßnahmen der Beschäftigten auch weit unter den ursprünglichen Forderungen abgeschlossen, und sieht eine Erhöhung der Gehälter um 2,7 Prozent, eine Einmalprämie von 500 Euro für alle, die in Corona-Zeiten unter erschwerten Bedingungen arbeiten müssen, und eine Verkürzung der Arbeitszeit von 38 auf 37 Stunden ab dem 1. Jänner 2022 vor. Dass die sozialdemokratischen Gewerkschafts-Verhandler, die ursprünglich mit großer Unterstützung aus den Belegschaften die 35-Stundenwoche und deutlich höhere Gehälter forderten, wieder einmal voll eingeknickt sind, sieht man auch daran, dass der Abschluss 3 Jahre Gültigkeit hat, und daher im nächsten Jahre keine KV-Verhandlungen stattfinden werden. Auch die Diakonie-Mitarbeiter haben einen neuen Kollektivvertrag, der sich im Wesentlichen an dem der SWÖ-Beschäftigten orientiert.

Die Caritas-Geschäftsführung hat den Mitarbeitern „freiwillige“ Gehaltserhöhungen unterhalb des SWÖ-Abschlusses angeboten und ein Angebot vorgelegt, das zu einer Schlechterstellung der Beschäftigten vor allem bei Mehr- und Überstunden bedeuten würde. Der Betriebsrat fordert jedoch zumindest eine Angleichung an den SWÖ-Kollektivvertrag. Die nächste Verhandlungsrunde wird am 14. Mai stattfinden.

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