Start Klassenkampf Deutscher Schlachtbetrieb als neuer Corona-Hotspot

Deutscher Schlachtbetrieb als neuer Corona-Hotspot

Nordhrein-Westfalen/Deutschland. Im deutschen Bundesland Nortdhrein-Westfalen vermeldet wieder ein Schlachtbetrieb hunderte Corona-Infektionen unter den Beschäftigten, Tausende müssen jetzt in Quarantäne. In dem Betrieb arbeiten mehrheitlich osteuropäische Arbeiterinnen und Arbeiter unter hoher Arbeitsbelastung, auf engem Raum und unter starkem Stress. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass dieser Ort dadurch zu einem sogenannten „Superspreading-Event“ geworden ist, weil sich die Ausbreitung des Corona-Virus von einer einzelnen Person auf mehrere andere massiv erhöht, wenn man sich in geschlossenen Räumen eng zusammen aufhält. Der Leiter des Pandemiestabs im Unternehmen meinte hingegen, dass die Heimreisen der Beschäftigten und die kalte Luft im Betrieb für die Ausbreitung verantwortlich seien.

Die Mär, dass man sich vor allem in der Freizeit und im Ausland anstecken würde, ist genau die Erzählung, die bereits für die erste Ausbreitung verantwortlich gewesen sei. Doch die Schutzmaßnahmen im Bereich der Lohnarbeit waren zu Beginn – und blieben es teilweise bis zuletzt – sehr gering, wie dieser Fall neben vielen weiteren auch zeigt. Dass migrantische Arbeitskräfte besonders von solchen Corona-Ausbrüchen betroffen sind, hat seinen Ursprung in den schlechteren Arbeitsverhältnissen, die mit einer hohen ökonomischen Unsicherheit einhergehen und meist unter den herrschenden Arbeitsmarktstandards liegen – selbst Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall sind dabei nicht immer gegeben. Insbesondere in der Fleischindustrie in Deutschland sind die Lohnabhängigen vielfach mit sogenannten Scheinwerkverträgen angestellt. Sie gelten vor dem Arbeitsrecht als selbstständig und werden pro geschlachtetem Tier und nicht pro Stunde bezahlt. Auch die Form der Unterbringung durch die Konzerne ist in vielen Fällen so, dass eine Ansteckung nach dem bisherigen Stand der Forschung kaum vermeidbar wäre.

Quelle: ORF

- Advertisment -

MEIST GELESEN

ATB-Sanierungsplan angenommen – 290 Arbeiter gehen leer aus

Der katastrophale ATB-Sanierungsplan wurde von den Gläubigern mehrheitlich angenommen. Ein kleiner Prozentsatz des Standortes bleibt bestehen, 290 Arbeiterinnen und Arbeiter stehen ohne…

Wien: Linke im Hysterie-Modus

Der Beschluss der Wiener SPÖ-Gremien, in konkrete Koalitionsverhandlungen mit den Neos zu treten, hat in den sozialen Medien Hysterie bei vielen Linken…

Brauerei-KV mit Reallohnverlust?

Die Brauereivertreter geben sich optimistisch, dass man ein Verhandlungsergebnis erziele, halten aber am unter der Inflationsrate liegenden Angebot fest. Gewerkschaften drohen mit…

„Unblock Cuba“-Kampagne startet

Berlin/Wien. 2019 gab es erstmalig die von der Tageszeitung „junge Welt“ angestoßene „Unblock Cuba“-Kampagne, um öffentlich auf das Unrecht der US-Blockade von…