Start Klassenkampf GPA tätigt die nächsten Schandabschlüsse bei Lohnverhandlungen

GPA tätigt die nächsten Schandabschlüsse bei Lohnverhandlungen

Während Konzerne wie Mayr-Melnhof satte Gewinne erzielten und an die Aktionäre ausschütten, hat die GPA eine „Lohnerhöhung“ von 1,4 Prozent für die Papier- und Pappe-Industrie ausverhandelt, für die Tabakindustrie 1,5 Prozent. Das deckt nicht einmal die gestiegenen Lebenshaltungskosten ab.

Wien. Der Unternehmerverband PROPAK, der die Industriellen aus der Papier- und Kartonindustrie vertritt, vermeldet den Abschluss der KV-Verhandlungen mit der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) am 9. Februar. Die 8.900 Arbeiterinnen, Arbeiter und Angestellten der Branche erhalten ab 1. März um 1,4 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Bereits am 21. Jänner tätigte die GPA einen Abschluss für die Tabakwarenindustrie mit 1,5 Prozent.

Bei Lohnverhandlungen geht es – das wird oft bewusst falsch dargestellt, als würde in die Zukunft verhandelt – um die letzten zwölf Monate. Es soll die Inflation abgegolten werden und Gewerkschaften, die diesen Namen verdienen, verhandeln auch um einen Anteil der Beschäftigten am Gewinn der Unternehmen, vor allem auch über den Anteil an den Produktivitätssteigerungen, nötigenfalls werden Forderungen durch Streiks untermauert. 

Am Beispiel Mayr-Melnhof: Papierindustrie verdiente 2020 bestens

Der Papier- und Pappe-Konzern Mayr-Melnhof zum Beispiel stellt die Gewinnsituation bei seinem Bericht nach dem 3. Quartal folgendermaßen dar: „Das betriebliche Ergebnis lag mit 169,3 Mio. EUR um 13,4 % bzw. 26,3 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert (Q1‑3 2019: 195,6 Mio. EUR). Hierin sind Einmalaufwendungen in Höhe von 57,5 Mio. EUR aus markt- und strukturbedingt notwendigen Anpassungen sowie der Auflösungsvereinbarung mit dem ehemaligen CEO enthalten.“ Innerhalb der letzten zwölf Monate ist der Börsenkurs von Mayr-Melnhof um fast 30 Prozent gestiegen, und zum dritten Quartal 2020 rechnete der Konzern mit einer Gewinnausschüttung von etwa sechs Euro pro Aktie, bei einem Aktienkurs von derzeit 116 Euro (Stand 10.02.2020)

Von diesen schönen Gewinnen bekommen die Arbeiterinnen und Arbeiter sowie die Angestellten genau nichts. Denn die Gewerkschaft GPA hat mit dem Abschluss von 1,4 Prozent gerade einmal erreicht, dass die gestiegenen Preise im Durchschnitt abgegolten werden, obwohl Wohnkosten und Lebensmittelpreise im Durchschnitt höher gestiegen sind.

In diesen wie auch in anderen Branchen verhandeln die ÖGB-Teilgewerkschaften einen Lohnverlust nach dem anderen aus, und wagen es auch noch, von Lohnerhöhungen zu sprechen. Es wäre höchste Zeit, dass die Beschäftigten sich an der Basis auf die Beine stellen und solche Lohnabschlüsse, die ihnen Reallohnverluste bescheren, verhindern.

Quellen: APA-OTS/GPA/Mayr-Melnhof/finanzen​.at

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